Computer-Chip-Hersteller Emulex wohl auf Käufersuche

Das amerikanische Unternehmen Emulex will sich selbst zum Verkauf stellen. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Das amerikanische Unternehmen Emulex will sich selbst zum Verkauf stellen.

Um einen geeigneten Käufer zu finden, sollen Insidern zur Folge die Amerikaner Goldmann & Sachs engagiert haben. Eine offizielle Bestätigung der Zusammenarbeit ist noch nicht gekommen.

Durch einen Verkauf will das Emulx-Management die immer lauter werdenden Aktionäre milde stimmen.

Der Aktien-Kurs des Chip-Herstellers fällt ständig, seitdem vor 4 Jahren ein Übernahme-Angebot von Broadcom abgelehnt wurde.

Um die Verluste der Anteilseigner zu minimieren, sucht Emulex jetzt einen neuen Käufer.

Der Markt reagierte auf die aufgekommenen Gerüchte und die Aktie erlebte den größten Anstieg innerhalb einer Woche seit Jahren. Der Aktien-Kurs stieg von 6,65 US $ auf 7,65 $.

Gescheiterte Broadcom-Übernahme brachte Kurseinsturz

Schon im Jahr 2009 war Emulex ein heißer Übernahme-Kandidat. Damals wollte das IT-Unternehmen Broadcom den Konkurrenten kaufen.

Nachdem das erste Übernahme-Angebot von 9,25 US $ abgelehnt wurde, erhöhte Broadcom auf runde 11 US $ in bar.

Das Emulex-Management lehnte auch die nachgebesserte Offerte ab. Dem Vorstand waren die 11 $ je Aktie zu wenig. Sie fanden das Unternehmen sei von Broadcom unterbewertet worden.

Aktionäre hätten eine Prämie von 66 % erhalten. Doch der Deal ging dank des Emulex-Managements nicht über die Bühne. Die Übernahme hätte ein Übernahme-Volumen von mehr als 912 Mio. US $.

Nachdem das Angebot abgelehnt wurde, kam ein andauernder Kurseinsturz. Fast ein Viertel verlor das Emulex-Papier seit 2009.

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Aktionäre mit dem Management unzufrieden

Die Aktionäre des Computer-Chip-Herstellers sind langsam frustriet. Das Broadcom-Angebot fanden die Anteilseigner sehr interessant und hätten es vielleicht angenommen.

Des Weiteren hat das Emulex-Management die angestrebten Umsatz-Ziele für das Jahr 2012 nicht erreicht.

Ein Umsatz von 600 Mio. US $ wollte der Vorstand im Jahr 2012 erreichen. Doch lediglich 502 Mio. US $ konnte das Unternehmen für 2012 präsentieren. Eine erneute Niederlage für das Management.

Altai, der drittgrößte Emulex-Aktionär, ist vor allem mit dem Kauf von Endace unzufrieden. Der Aktionär findet, dass Emulex ein Übernahme-Angebot von 9 US $ diesmal annehmen soll.

Elliot Management, der größte Aktionär von Emulex, darf in den nächsten 12 Monaten keine Anteile vom US-Unternehmen verkaufen.

Diese Vereinbarung trafen Elliot und der Computer-Chip-Hersteller im März 2013. Nur bei Einwilligung des Emulex-Vorstands könnte Elliot die eigenen Anteile verkaufen.

Emulex einer der billigsten Übernahme-Kandidaten im Industrie-Sektor

Seit die Gerüchte um einen Emulex-Verkauf in Umlauf sind, werden viele Kandidaten mit dem US-Unternehmen in Verbindung gebracht. Analysten sehen den Computer-Chip-Hersteller als sehr attraktiven Kandidaten.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 ist Emulex eines der billigsten Unternehmen im IT-Sektor, das ein Marktvolumen über 300 Mio. US $ hat.

Wer schlägt zu?

Namen wie Intel, Brocade und alte Bekannte Broadcom werden mit Emulex in Verbindung gebracht. Gut möglich, dass auch eine Private-Equity  in den potenziellen Käuferkreis einsteigt.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.