Computer-Gigant in der Sackgasse

Produkte von Hewlett-Packard (HP) finden sich in jedem Büro. Insbesondere die Drucker erlangten während der ersten Phase der Digitalisierung in den 1990er Jahren Kultstatus. Viele der Geräte von damals funktionieren noch heute. Doch HP bietet weitaus mehr.

Hewlett-Packard (HP) fusionierte im Jahr 2002 mit Compaq. Hierdurch stieg HP zum größten Computerhersteller der Welt auf. Der Konzern ist im Geschäft für IT-Services und für Computer-Hard- und -Software für Privat- und Geschäftskunden tätig.

Zur Produktpalette gehören Desktops, Notebooks, Server, Workstations, Kopierer, Scanner, Drucker, Handhelds, Speichersysteme und Software. Übernahme von EDS im August 2008 und 3Com im April 2010.

Das Geschäft stagniert

Für das 4. Quartal, das Ende Oktober endete, präsentierte HP enttäuschende Zahlen. Der Traditionskonzern, der im laufenden Jahr in zwei unabhängige Unternehmen aufgeteilt wird, hat damit für keinen der beiden Geschäftsbereiche einen ermutigenden Ausblick geliefert.

Der Umsatz ging um 2,5% auf 28,4 Mrd $ zurück. Der Nettogewinn fiel um knapp 6% auf 1,3 Mrd $. Lediglich das PC-Geschäft hatte zuletzt dank der Nachfrage von Unternehmenskunden wieder etwas angezogen.

Die PC-Sparte konnte deshalb den Umsatz um 4% auf 8,95 Mrd $ steigern. Bei Druckern schrumpften die Umsätze dagegen um 5% auf 5,74 Mrd $.

Unterm Strich stagniert damit das Geschäft mit PCs und Druckern, das noch in diesem Jahr als HP Inc. abgespalten werden soll. Noch weniger erfreulich entwickelten sich die Geschäftsbereiche, die künftig der neuen Hewlett-Packard Enterprise zugeschlagen werden sollen.

Von Servern über Storage bis zu den Services und der Software – überall musste HP Umsatzrückgänge ausweisen. Lediglich im Bereich Networking stiegen die Umsätze um schmale 2%.

Negativ-Seite überwiegt

Der Konzernumbau schreitet aber planmäßig voran. Im auf 5 Jahre angelegten Turnaround-Prozess befindet sich HP jetzt im 3. Jahr. Im Rahmen der Zerschlagung sollen noch einmal 5.000 Stellen wegfallen, um die Kosten zu senken. Meg Whitman zeigte sich trotz schwacher Zahlen mit dem Quartalsergebnis zufrieden.

HP hat sich 2014 stabilisiert und ist gut vorbereitet für weitere Fortschritte im Geschäftsjahr 2015 und darüber hinaus. Eine nachhaltige Trendwende zeichnet sich allerdings immer noch nicht ab. Dies macht uns im Hinblick auf den Aktienkurs Sorgen.

Weiterhin signalisiert der Umsatzrückgang, dass das Unternehmen in einem schwierigen Fahrwasser steckt.

Angesichts diese Gemengelage und vor allem auch des Umstandes, dass HP nicht in anderen Bereichen punkten kann, sehen wir von einem Investment einmal ab. Die Dividendenrendite von 1,6 % ist zwar in Ordnung, haut uns aber ebenfalls nicht um.

27. Januar 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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