Conti-Aktie hat Potenzial

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Trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Quartal bleibt Conti auf Wachstumskurs. Die Aktie ist fundamental wie auch charttechnisch attraktiv. (Foto: Jasni / Shutterstock.com)

Die Berichtssaison für das erste Quartal läuft in diesen Tagen auf Hochtouren. Gestern präsentierte der Autozulieferer Continental seine Ergebnisse. Trotz eines leichten Gewinnrückgangs stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Auf dem aktuellen Niveau bietet sich eine attraktive Einstiegschance.

Starker Euro sorgt für Gewinnrückgang im ersten Quartal

Nach dem Rekordjahr 2017 fiel das erste Quartal 2018 eher durchwachsen aus. Das war jedoch keine Überraschung. Der Automobilzulieferer hatte bereits vor wenigen Wochen angekündigt, dass negative Währungseffekte durch den starken Euro den operativen Gewinn im ersten Halbjahr voraussichtlich um 150 Mio. Euro drücken werden.

Die Belastung schlägt sich insbesondere im Ergebnis des ersten Quartals nieder. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 9% auf 1,06 Mrd. Euro zurück. Unter dem Strich verdiente Continental 737,6 Mio. Euro und damit knapp 2% weniger als im Vorjahresquartal. Der Umsatz lag mit 11,0 Mrd. Euro ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Währungsbereinigt wuchsen die Erlöse jedoch um gut 4%.

Auftragseingang steigt auf Rekordniveau

Für das Gesamtjahr bestätigte das Management seine kürzlich leicht gesenkte Prognose. So soll der Umsatz um rund 7% auf den neuen Rekordwert von 47 Mrd. Euro steigen. Die EBIT-Gewinnmarge soll bei über 10% liegen. Somit wird Conti voraussichtlich auch beim operativen Ergebnis einen neuen Rekord erreichen.

Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher ist der Automobilzulieferer ist auf einem guten Weg, diese Ziele zu schaffen. Im Bereich Automotive verzeichnete der DAX-Konzern im ersten Quartal mit 11,0 Mrd. Euro den höchsten Auftragseingang aller Zeiten.

Conti ist glänzend aufgestellt

Die Hannoveraner sind für die automobile Zukunft glänzend aufgestellt. Kürzlich kündigte der Konzern die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit CITC an. Mit dem chinesischen Autozulieferer und Batteriezellenhersteller sollen künftig 48-Volt-Batteriesysteme entwickelt und produziert werden.

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Ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen mit Osram soll in der zweiten Jahreshälfte an den Start gehen. Zusammen mit dem Lichttechnik-Spezialisten wollen die Hannoveraner Autobeleuchtung produzieren. Für das neue Unternehmen wird ein Jahresumsatz im mittleren dreistelligen Millionenbereich angepeilt.

Trotz der guten Perspektiven ist die Conti-Aktie nicht teuer. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12 lässt reichlich Luft für höhere Notierungen. Für zusätzliche Fantasie sorgt die angestrebte Aufspaltung. Für den Fall eines Konzernumbaus prüft Conti die Ausgliederung seiner Antriebssparte, so Vorstandschef Degenhart kürzlich auf der Hauptversammlung. Eine Entscheidung soll voraussichtlich schon Mitte des Jahres fallen.

Conti-Aktie vor weiteren Kurssteigerungen

Im Einklang mit dem DAX hatte auch die Conti-Aktie korrigiert und gegenüber ihrem Allzeithoch vom Januar bei gut 257 Euro nachgegeben. An der 200-Tage-Linie, die aktuell bei rund 220 Euro verläuft, konnte sich der Kurs seit Mitte März aber jeweils stabilisieren.

Die Chancen stehen gut, dass sich von hier aus der übergeordnete Aufwärtstrend fortsetzt. Der entscheidende Widerstand wartet bei rund 230 Euro. Wird diese Hürde genommen, steht weiteren Kurssteigerungen nichts im Wege. In diesem Fall ist ein Angriff auf das Allzeithoch bei gut 257 Euro zu erwarten. Gelingt der Ausbruch auf neue Höchststände, sind mittelfristig Kurse um 285 Euro drin.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.