Continental im Vorwärtsgang

Autozulieferer sorgten zuletzt für negative Schlagzeilen. Bei Continental ist davon nichts zu spüren. Mehr zu Konzern und Aktie gibt’s hier: (Foto: Birgit Reitz Hofmann / shutterstock)

Nach der Insolvenz des japanischen Airbag-Herstellers Takata und der Gewinn-Warnung der Schaeffler-Gruppe gerät die Autozulieferer-Branche wieder in den Blick der Anleger

Von den ganzen Rückruf-Aktionen in der Autobranche, die es zuletzt immer wieder zu beobachten gab, ist das Segment – mit Ausnahmen – nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

Im Gegenteil: Die Aktie der Continental AG, die noch 2009 bei Kursen um die 10 € vor sich her „dümpelte“, befindet sich inzwischen in der Nähe der 200-€-Marke.

So ist sie für die kommenden Herausforderungen gut gerüstet. Daran kann auch die gestrige Gewinn-Warnung des Mitbewerbers wenig ändern.

Continental: Ein Unternehmens-Portrait

Das in Hannover ansässige Unternehmen beschäftigt weltweit knapp 230.000 Mitarbeiter an über 200 Standorten in 53 Ländern.

Continental ist Ihnen wahrscheinlich hauptsächlich als Marktführer in der Reifenproduktion hierzulande bekannt.

Aber das ist längst nicht alles: Der Konzern hat sich in den letzten Jahren vom reinen Reifen-Hersteller zu einem der weltweit größten Automobil-Zulieferer entwickelt.

Dabei reicht die Produkt-Palette von Technologien für Bremssysteme über Fahrdynamik-Regelungen bis zu Luftfedersystemen.

Umsatz-Prognose angehoben

Wie erfolgreich der weltweit drittgrößte Autozulieferer ist, belegt ein Blick auf das Zahlenwerk zum Jahresstartquartal:

Im vergangenen Monat wurde die Umsatz-Prognose für das Gesamtjahr um 500 Mio. € auf mehr als 43,5 Mrd. € angehoben.

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Der Grund dafür ist u. a. die starke Nachfrage nach Elektronik und Software.

Im 1. Quartal wuchsen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um 11,7% auf 11 Mrd. €. Insgesamt blieben unter dem Strich im Auftakt-Quartal 750 Mio. € als Gewinn – ein Plus von 2,1%.

Für die Zukunft ist der Konzern gut gerüstet:

So wurde in der letzten Woche bekannt gegeben, dass sich Continental an der branchenübergreifenden Partnerschaft von BMW für selbstfahrende Autos als Entwicklungs-Partner und System-Integrator beteiligen wird.

Der Allianz gehören bereits der US-Chip-Produzent Intel und der Kameratechnik-Spezialist Mobileye an, die alle das Ziel verfolgen eine Plattform für automatisiertes Fahren zu entwickeln, die auch an andere Hersteller weltweit verkauft werden kann.

Niedrige Bewertung

Ein Blick auf die Kennzahlen lässt zudem das Potenzial der Aktie erkennen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 12 ist der Wert recht günstig bewertet.

Allerdings muss dies nicht zwangsläufig zu steigenden Kursen führen, die Aktien der Automobil-Hersteller weisen derzeit sogar z. T. nur einstellige KGVs auf.

Au charttechnischer Sicht befindet sich der Wert in einer Seitwärts-Bewegung, die sich in einer Range zwischen rund 195 und 210 € befindet.

Für Langfrist-Investoren ist die Conti-Aktie auf jeden Fall einen Blick wert.

Schon bei den nächsten Quartals- bzw. Halbjahreszahlen, die spätestens am 03. August auf der Agenda stehen, könnte es wieder eine positive Überraschung geben.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.