Conwert-Übernahme: Die Details zum Übernahmeangebot

Der deutsche Leitindex DAX konnte heute das Spitzenniveau nicht ganz halten und schloss mit 11.410 Punkten nur hauchdünn im Plus. Einige Investoren hatten ein größeres Plus erwartet, da die Europäische Zentralbank (EZB) seit heute rund 60 Mrd. Euro pro Monat in den Markt pumpen will (von März 2015 bis September 2016).

Da diese Nachricht jedoch nicht neu ist, blieb die starke Wirkung aus. Die Geldflut erreicht aber den Immobilienmarkt und löst unter den börsennotierten Immobiliengesellschaften eine Übernahmewelle aus.

Nachdem vor zwei Wochen bekannt wurde, dass die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen AG den österreichischen Konkurrenten Conwert übernehmen will, möchte ich Ihnen die Details des Übernahmeangebotes vorstellen, die seit heute offiziell vorliegen.

Bevor ich gleich auf die Details des Übernahmeangebotes eingehe, möchte ich Ihnen kurz einen Überblick über die Ausgangslage geben.

Die Ausgangslage im Überblick

Die Übernahmewelle in der Immobilienbranche rollt weiter: Nach dem Kauf des Konkurrenten GSW für 1,7 Mrd. Euro in eigenen Aktien und dem Erwerb mehrerer Portfolien will die Deutsche Wohnen AG jetzt Conwert übernehmen und ist bereit, dafür insgesamt rund 1,2 Mrd. Euro auf den Tisch zu legen.

Conwert hat zwar den Hauptsitz in Wien, hält allerdings den Großteil seiner 31.000 Immobilien in Deutschland. Die Schwerpunkte liegen in Berlin, Potsdam, Dresden, Leipzig und im Rhein-Main-Gebiet. Insgesamt kommt Conwert in Deutschland auf rund 25.000 Wohneinheiten.

Die Deutsche Wohnen AG besitzt nach den jüngsten Übernahmen knapp 150.000 Immobilien – davon 146.900 Wohneinheiten vor allem im Großraum Berlin, der Rhein-Main-Region und dem Rheinland. Durch die Übernahme würde der Gesamtbestand der Einheiten auf rund 180.000 steigen.

Die Conwert-Großaktionäre stimmen zu

Kommen wir jetzt zu den konkreten Inhalten des offiziellen Übernahmeangebotes: Die Deutsche Wohnen AG plant einen Bar-Angebotspreis von 11,50 Euro je Conwert-Aktie für alle ausstehenden Aktien. Der größte Conwert-Aktionär, die Haselsteiner Familien-Privatstiftung (HFP), unterstützt das Übernahmeangebot der Deutsche Wohnen AG.

Die HFP hat sich verpflichtet, mit einem direkt und indirekt gehaltenen Anteil von rund 19% des Grundkapitals an dem Übernahmeangebot teilzunehmen. Damit reduziert sie ihren Anteil an Conwert auf 5,1%.

Daneben haben sich auch der Investor Karl Ehlerding, sowie Mitglieder der Familie Ehlerding verpflichtet, ihre Aktien und Optionen – und damit 6,6% der Conwert-Anteile – an die Deutsche Wohnen AG zu verkaufen. Damit sind die Conwert-Großaktionäre – wenn Sie so wollen – mit im Boot.

Übernahme hatte sich angekündigt

Die Deutsche Wohnen AG will 11,50 Euro je Conwert-Aktie zahlen. Das bedeutet gegenüber dem durchschnittlichen volumengewichteten Börsenkurs der vergangenen drei Jahre bzw. sechs Monate eine Prämie von rund 28,2 bzw. 21,5%

Gegenüber dem letzten Kurs vor dem Übernahmeangebot stellt das Angebot eine Prämie von rund 5% dar. Das mag auf den ersten Blick vielleicht vergleichsweise gering erscheinen. Doch: Anhand des prozentualen Aufschlags gegenüber den Durchschnittskursen der Conwert-Aktie der vergangenen sechs Monate wird deutlich:

Einige Investoren hatten schon frühzeitig auf die Übernahme-Karte gesetzt. Daher war ein Teil der üblichen Übernahme-Prämie bereits im Aktienkurs enthalten. Auch in meinem Börsendienst „Der Depot-Optimierer“ hatte ich schon vor dem Angebot auf die besonderen Chancen der Conwert-Aktie hingewiesen.

Nachschlag könnte dennoch fällig werden

Wenn die Deutsche Wohnen AG mehr als die zunächst angestrebten 50% + 1 Aktie will, dürfte aus meiner Sicht doch noch ein Aufschlag auf das aktuelle Übernahmeangebot von 11,50 fällig werden.

Das zeigt auch ein Blick auf den aktuellen Aktienkurs. Derzeit notiert die Conwert-Aktie bei etwas mehr als 12 Euro und damit oberhalb des Übernahmeangebotes.

Sollte die Conwert-Aktie an schwachen Börsentagen unter Druck geraten, könnten Sie also noch eine zweite Einstiegs-Chance erhalten. Das Verhältnis von Chance und Risiko ist attraktiv.

2. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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