Corona-Folgen: Steuereinnahmen brechen ein

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Nicht nur Unternehmen, auch der Staat hat ein Loch in der Kasse. Es zu stopfen dürfte lange dauern. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wegen der Corona-Pandemie kämpfen zahlreiche Unternehmen um ihr wirtschaftliches Überleben. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass im Herbst sowie im kommenden Jahr eine große Pleitewelle die Runde machen und die deutsche Wirtschaft nachhaltig beeinträchtigen dürfte.

Doch auch die Staatskasse leidet: Allein im Juni verzeichnen die Finanzämter einen Rückgang der Steuereinnahmen um 19 Prozent, 50 Milliarden Euro Minus summieren sich allein auf Bundesebene – von Ländern und Kommunen mal ganz zu schweigen. Die Gemeinschaftssteuern, zu denen etwa auch die Lohnsteuer zählt, gingen um 21 Prozent zurück. Die reinen Bundessteuern sanken um 14 Prozent.

Konjunkturkrise und Steuerpolitik

Grund für die rückläufigen Einnahmen sind in erster Linie die konjunkturellen Belastungen für Unternehmen. Ihre Auftragslage ist eingebrochen, sie machen weniger Umsätze und müssen dementsprechend auch weniger Steuern zahlen. Hinzu kommen steuerpolitische Maßnahmen, die beschlossen wurden, um eben jene Unternehmen zu entlasten. So konnten Steuervorauszahlungen unter bestimmten Bedingungen ausgesetzt werden, auch Stundungsmöglichkeiten wurden eingeräumt.

Das zweite Halbjahr dürfte sich in puncto Steuereinnahmen noch drastischer entwickeln, immerhin gilt nun für sechs Monate der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent. Dieser kann von Unternehmensseite auf zwei Arten genutzt werden: Entweder, bei gleichbleibenden Preisen, um die eigenen finanziellen Spielräume zu erhöhen – oder aber durch eine Weitergabe an die Kunden, um den Konsum anzukurbeln.

Nachhaltige Belastung für Staat und Wirtschaft

Was bereits jetzt deutlich wird: Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise werden uns noch sehr langfristig begleiten und auch die Staatskasse nachhaltig belasten, die nicht nur mit Mindereinnahmen zu kämpfen hat, sondern auch durch mehrfache Nachtragshaushalte und Konjunkturhilfen erheblich zusätzlich belastet wurde.

Es dürfte Jahrzehnte dauern, die Einbußen der vergangenen Monate wieder auszugleichen – zumal nach wie vor kein Ende der Krise in Sicht ist. Das Coronavirus ist längst noch nicht besiegt, es wütet weiter und befindet sich in einigen Ländern nun bereits wieder auf dem Vormarsch, während wirkungsvolle Medikamente oder gar Impfstoffe weiterhin auf sich warten lassen. Nicht wenige Beobachter rechnen damit, dass es in den Herbst- und Wintermonaten zu einer verheerenden zweiten Infektionswelle kommen wird, Ausmaß und Folgen ungewiss.

Schleichende Geldentwertung?

Zudem zeichnet sich ab, dass die bislang beschlossenen Konjunkturmaßnahmen nur für eine begrenzte Zeit ausreichen werden, weitere Milliardenprogramme dürften notwendig werden. Doch wenn die Europäische Zentralbank weiterhin lediglich die Druckerpresse anwirft und Euroscheine ohne Gegenwert in die Märkte spült, könnte das mittelfristig eine verheerende Geldentwertung mit sich bringen und die Krise noch zusätzlich verschärfen.

Dass im kommenden Jahr mit Angela Merkel eine erfahrene und angesehene Krisenmanagerin nach 16jähriger Amtszeit von der Berliner sowie auch der internationalen Bühne verschwinden wird, macht die Sache nicht leichter.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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