Corona-Krise und Rohstoffmärkte: Die Gefahren bleiben bestehen

Kupfer Symbolbild Kabel_shutterstock_738002257_beejung

Auch auf die Rohstoffmärkte hat die Corona-Krise klare Auswirkungen – vor allem wenn in wichtigen Produktionsländern die Erkrankungen sprunghaft ansteigen. (Foto: beejung / shutterstock.com)

Die Corona-Krise spiegelt sich immer noch am Rohstoffmarkt wider. Während die Edelmetalle aufgrund der Befürchtungen einer weiteren Ausweitung ansteigen, sorgen bei den Industriemetallen andere Effekte für weiter steigende Preise. Ein spannendes Beispiel ist hier Kupfer. Hier steigt der Preis weiter an, weil es deutliche Befürchtungen über massive Produktionseinschränkungen gibt.

So ist der Kupferpreis Ende vergangener Woche kurzzeitig über die Marke von 6.000 USD pro Tonne angestiegen. Zu Beginn der neuen Woche kann Kupfer diese Marke nicht ganz verteidigen. Dennoch ist das beim Kupferpreis das höchste Niveau seit fünf Monaten.

Getrieben wird der Kupferpreis hier ganz klar von Angebotssorgen der Marktteilnehmer. Der entscheidende Faktor ist hier die Entwicklung in Chile. Das Land ist immerhin mit einem Weltmarktanteil von 28 % bei der Kupferproduktion das wichtigste Land. Dort breitet sich das Coronavirus immer noch rasant aus.

Ereignisse in Chile können den Weltmarkt für Kupfer belasten

In der Praxis bedeutet das, dass viele Minen in Chile derzeit nur mit einer Notbesetzung betrieben werden. Für die größte Minen des Landes fordern die Gewerkschaften jetzt beispielsweise die Schließung – zumindest für 14 Tage. Das hätte schon massive Auswirkungen auf die Gesamtproduktion von Kupfer in Chile.

Die dann möglicherweise sinkende Minenproduktion würde sich auch auf den Betrieb der wichtigen Kupferschmelzen in China auswirken. Sie müssen sich so vorstellen: Kupferkonzentrat wird nach China transportiert und dort dann weiterverarbeitet. China ist dabei der größte Abnehmer im Kupferbereich.

Dazu merkten wir Rohstoffexperten der Commerzbank an: „Noch kann der globale Kupfermarkt, für den dieses Jahr ein hoher Angebotsüberschuss erwartet wird, mit den drohenden Angebotsausfällen unseres Erachtens gut umgehen. Die Nachfrage erholt sich zwar, hat aber noch längst nicht wieder das Niveau von vor der Corona-Krise erreicht.“

Dieses Beispiel verdeutlicht Ihnen eine Sache ganz klar: Die Corona-Krise hat viele Facetten und gerade der Rohstoffsektor ist hier von der Produktionsseite klar betroffen. Selbst wenn sich bei uns das Erkrankungs-Geschehen beruhigt hat, so ist es nun mal eine globale Pandemie. In vielen Ländern steht der Höhepunkt der ersten Erkrankungswelle noch bevor. Somit kann es auch noch in vielen Regionen mit einer wichtigen Rohstoffproduktion zu Ausfällen kommen. Das hätte dann auch klare Auswirkungen auf die verschiedenen Rohstoffmärkte.

Kupfer Symbolbild Kabel_shutterstock_738002257_beejung

Aussichtsreiche Strategie: Rohstoff-Giganten bearbeiten Mega-KupferprojektRio Tinto und BHP Billiton entwickeln gemeinsam ein Mega-Kupferprojekt in den USA. Diese Strategie ist aussichtsreich für eine erfolgreiche Zukunft.  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Heiko Böhmer. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz