Corona und die dramatischen Folgen für den Tourismus

TUI Flugzeug RED – shutterstock_485404405 Fasttailwind

Auch wenn wieder Aktivitäten wie Restaurantbesuche oder Hotelübernachtungen möglich sind, trifft die Corona-Krise den Tourismus schwer. (Foto: Fasttailwind / Shutterstock.com)

Auch wenn in Deutschland wieder erste touristische Aktivitäten wie Restaurantbesuche oder Hotelübernachtungen möglich sind, trifft die Corona-Krise die Tourismuswirtschaft schwer.

Die weltweite Reisewarnung für Touristen wurde Mitte Juni immerhin für 29 europäische Staaten in Reisehinweise überführt. Für den Rest der Welt bleibt die Reisewarnung bis Ende August bestehen. Darüber hinaus gilt weiter ein Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger in die EU-Staaten. Messen und Veranstaltungen in Deutschland sind weitestgehend untersagt. Die Tourismusbranche ist so betroffen wie kaum eine andere Branche.

Die Umsatzeinbrüche waren und sind immens. Auch das langsame Wiederhochfahren erster Branchenteile unterliegt strengen Auflagen, die normale Geschäfte nach wie vor bei Weitem nicht ermöglichen. Problematisch für Unternehmen wie Kunden ist auch der Flickenteppich an bestehenden Regelungen genauso wie viele nach wie vor vorhandene Unwägbarkeiten hinsichtlich künftiger Reiseaktivitäten.

Konjunkturpaket reicht nicht aus

Das jüngst auf den Weg gebrachte Konjunkturpaket sieht die Tourismuswirtschaft eher skeptisch: Es enthält einige positive Elemente, ist aber nicht der angekündigte große Wurf. Dass die lange geforderten direkten finanziellen Beihilfen für besonders betroffene Branchen und damit auch die Tourismuswirtschaft Einzug in das von der Bundesregierung geschnürte Konjunkturpaket gefunden haben, ist begrüßenswert. Gleiches gilt für die temporäre Mehrwertsteuersenkung bis Ende des Jahres. Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Maßnahmen schnell und unbürokratisch greifen und zur Auszahlung kommen, um Insolvenzen abzuwenden.

Unmittelbar nachdem TUI infolge der weltweiten Reisebeschränkungen gezwungen war, das Geschäft weitgehend einzustellen, hatte sich der Konzern entschieden, einen KfW-Überbrückungskredit in Höhe von 1,8 Mrd. € in Anspruch zu nehmen. Damit sollen die beispiellosen Auswirkungen der Pandemie abgefedert werden. COVID-19 ist die größte Krise, mit der TUI jemals konfrontiert war. Auch Accor geht es alles andere als gut. Zwei Drittel seiner Häuser musste der Hotelriese weltweit schließen. Das Management kämpft mit zahlreichen Maßnahmen darum, die nächsten Monate zu überstehen und die Auswirkungen auf Ertrag und Zahlungsfähigkeit zu begrenzen.

Gegessen und getrunken wird immer

Das stimmt, aber in Corona-Zeiten eben deutlich weniger. Während des Shutdowns musste Starbucks immerhin 56% der eigenen Geschäfte und 45% der lizenzierten Geschäfte in den USA schließen. Durch die große Präsenz in China, wo die Ausbreitung des Coronavirus begann, war Starbucks zudem schon relativ früh von der Pandemie betroffen. McDonald’s hat versucht, möglichst viel über die Drive-In-Schalter zu verkaufen.

Der Wegfall in den Innenräumen konnte damit aber bei Weitem nicht kompensiert werden. Die meisten Restaurants sind zwar wieder in Betrieb, allerdings ist die Nachfrage geringer. Um die finanzielle Flexibilität zu erhalten, wurde das Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt und neue Kredite von 6,5 Mrd. $ aufgenommen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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