Corona und US-Wahl: Die beiden großen Belastungsfaktoren

USA Aktienmarkt – ado Alexander Sánchez

Corona-Krise und US-Wahl als Belastungsfaktoren. Lesen Sie jetzt, wie ich die Lage einschätze und was mein Rat an Sie als Anleger ist. (Foto: Alexander Sánchez / Adobe Stock)

An den Börsen ist heute aus dem Abverkauf der vergangenen Tage eine Art Verkaufspanik geworden. Verantwortlich dafür sind die hohen Corona-Fallzahlen in Europa, die damit verbundenen Lockdown-Ängste und die Unsicherheit wegen der am kommenden Dienstag anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA.

Blicken wir zunächst auf die Pandemie: Seit einigen Wochen steigen die Infiziertenzahlen vor allem in Europa deutlich an. Die höheren Neuinfiziertenzahlen haben dazu geführt, dass zunächst in den sogenannten Risikogebieten verschärfte Maßnahmen eingeführt wurden. Heute wurde dann auf Bundesebene der seit Tagen schon diskutierte „Lockdown Light“ beschlossen.

Im Klartext: Es gelten weitere Kontaktbeschränkungen. Auch sollen ab dem kommenden Montag u.a. Restaurants und Bars schließen. Ist der Lockdown Light, der am Montag nächster Woche in Kraft treten soll, mit dem Lockdown aus dem Frühjahr zu vergleichen? Ein klares nein!

Die Maßnahmen und vor allem die wirtschaftlichen Einschränkungen und Folgen waren im Frühjahr viel drastischer. Insofern ist meines Erachtens auch nicht davon auszugehen, dass die Reaktion an den Börsen noch einmal annähernd so negativ ausfällt, wie im Februar und März dieses Jahres. Gleichwohl schmerzt das deutliche Minus der vergangenen Tage bei bestehenden Positionen.

Corona-Impfstoff als „Gamechanger”

Rettung naht: Es deutet aktuell einiges darauf hin, dass wir bereits im November oder Dezember einen ersten zugelassenen Impfstoff haben. Erst vor wenigen Tagen war zu lesen, dass der Chef des Biotech-Unternehmens Moderna mit etwas Glück eine Notfallzulassung für den eigenen Impfstoff gegen Covid-19 im Dezember erwartet. Moderna gilt als eines der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus.

Sogar noch etwas weiter sind das deutsche Biotech-Unternehmen Biontech und der US-amerikanische Partner Pfizer, die schon im November mit einer Notfallzulassung des eigenen Impfstoffs rechnen.

Da sich derzeit gleich mehrere potenzielle Impfstoffe in einer späten klinischen Phase der Überprüfung befinden, bin ich sehr zuversichtlich, dass es mindestens ein Impfstoff zeitnah schaffen wird, eine Zulassung zu erhalten.

Ausgang der US-Wahl kann den Börsen mittel- und langfristig egal sein

Kommen wir zum nächsten größeren Belastungsfaktor, der US-Wahl. Der US-amerikanische Milliardär und Vermögensverwalter Ken Fisher schrieb kürzlich in einer Kolumne, dass er eine Rally an den Börsen nach der Präsidentschaftswahl in den USA für wahrscheinlich hält.

Er ist der Ansicht, dass die dann nachlassende Unsicherheit nach Veröffentlichung des Wahlergebnisses US-Aktien beflügeln wird. Wer die Wahl gewinnt, hält er dagegen für eher unwichtig für die Märkte. Dem möchte ich mich weitgehend anschließen.

Es gibt nur ein Szenario, das kurzfristig ungünstig für die Börsen wäre: Herausforderer Biden gewinnt sehr knapp und Amtsinhaber Trump erkennt die Niederlage nicht an. Dieses Szenario halte ich aber für sehr unwahrscheinlich. Biden liegt derzeit weit vorne in den Umfragen und die Wahl findet bereits am kommenden Dienstag statt. Der Unterschied zur vergangenen Wahl, die Trump im Endspurt gewinnen konnte: Die Zahl der Unentschlossenen ist deutlich geringer und sehr viele Amerikaner haben  schon per Brief gewählt.

Zusammenfassend möchte ich Ihnen Folgendes mit auf den Weg geben: Kurzfristig dürfte es an den Börsen volatil bleiben. Die beiden größten Belastungsfaktoren werden aber verschwinden, wenn die US-Wahl erfolgreich absolviert wurde und ein erster Impfstoff genehmigt wurde. Daher gilt auch in dieser Börsenschwäche: Schlechte Börsentage sind gute Kauftage!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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