Coronavirus: Auch die Rohstoffmärkte sind betroffen

Kupfer Schmelzanlage – shutterstock_563965897 Djelen

Es gibt einige Verlierer bei den Rohstoffen und auch einen großen Gewinner in diesen Tagen. Dabei sind die Folgen des Coronavirus noch gar nicht klar abschätzbar. (Foto: Djelen / Shutterstock.com)

Jetzt purzeln die Kurse an den Aktienmärkten. Der Grund ist die neue Virus-Epidemie in China. Dort wird fast stündlich die Zahl der Erkrankungen und leider auch der Todesfälle nach oben angepasst. In China selbst wird diese Erkrankungswelle auch wirtschaftlich massive Schäden anrichten.

Wie es außerhalb Chinas aussieht, ist noch nicht klar. Doch erst einmal verlieren bestimmte Aktiensektoren und auch Rohstoffe deutlich. Bei den Aktiensektoren sind das die besonders stark betroffenen Sektoren der Fluglinien. So hat allein die Lufthansa zu Wochenbeginn weitere 6 % an Wert verloren. Mit einem Kurseinbruch von mehr als 18 % ist die Aktie der Lufthansa bislang der schwächste Wert im DAX in diesem Jahr.

Ölpreis fällt weiter

Doch die Folgen der Virusepidemie sind auch am Rohstoffmarkt klar erkennbar. So hat der Ölpreis in dieser Woche deutlich weiter nachgegeben. Hier steht die Überlegung dahinter, dass beispielsweise durch geringere Flugaktivitäten weniger Treibstoff benötigt werden wird. Das Ganze trifft sowieso auf ein Umfeld, in dem für die weitere Entwicklung des Jahres 2020 eine schwächere Ölnachfrage prognostiziert wird. Etliche konjunkturelle Indikatoren haben zuletzt angezeigt, dass insbesondere in der Industrie der weitere Jahresverlauf wohl schwächer ausfallen wird.

Kupferpreis steht auch unter Druck

Ebenso spannend ist der Blick auf Kupfer. Dieses konjunktursensitive Industriemetall ist ein sehr guter Gradmesser für die weiteren Aussichten. Und seit dem massiven Aufkommen des Coronavirus ist der Kupferpreis deutlich zurückgekommen. Dazu müssen Sie eins wissen: China ist das wichtigste Nachfrageland beim Kupfer. Das Industriemetall wird eingesetzt im Aufbau der Infrastruktur beispielsweise natürlich ganz wichtig auch in Stromleitungen.

So ist der Kupferpreis jetzt in nur einer Woche um rund 6 % zurückgekommen. Das ist schon ein klares Signal an den Markt. Und tatsächlich haben viele Menschen in China jetzt andere Ansprüche als beispielsweise den Aufbau der Infrastruktur. Hier geht es erst einmal darum, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Gold legt weiter zu

Doch diese aktuelle Schwäche bei den vielen Anlageklassen zeigt Ihnen auch einmal mehr, wie wichtig Gold für Ihre Absicherung im Depot ist. So hat der Goldpreis immerhin seit Jahresbeginn um rund 4 % zugelegt. Zudem hält sich der Preis jetzt stabil über der wichtigen Unterstützungsmarke von 1.550 USD pro Feinunze. Insofern ist der nachhaltige Ausbruch über die Marke von 1.600 USD nur eine Frage der Zeit.

An dieser kurzen Auflistung erkennen Sie aber schnell: Das Thema Coronavirus spielt an den Finanzmärkten in diesen Tagen eine große Rolle. Und so wie es Epidemiologen aktuell prognostizieren, wird uns das Thema auch noch über einige Wochen lang auf jeden Fall massiv beschäftigen.

Kupfer Schmelzanlage – shutterstock_563965897 Djelen

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Heiko Böhmer
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