Coronavirus belastet Weltwirtschaft schon jetzt

China Fahnen – shutterstock_325058183 crystal51

Wenige Wochen nach Beginn der Epidemie zeichnen sich Folgen für die Weltwirtschaft ab. Kann die Flaute überwunden werden? (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Experten warnen vor einer wahrscheinlicher werdenden Pandemie: Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten ist zuletzt noch einmal sprunghaft angestiegen, allein in China ist inzwischen von mehr als 60.000 Fällen die Rede.

Die Lungenkrankheit, die inzwischen die Bezeichnung Covid-19 erhalten hat, forderte bereits mehr Todesopfer als die berüchtigte Sars-Epidemie vor 17 Jahren. Ganze Millionenstädte in China sind abgeriegelt, etliche Menschen in Quarantäne, Fabriken stehen still, Straßen sind wie leergefegt.

Unterdessen versuchen immer mehr Länder, durch Reisebeschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Angesichts des global vernetzten Flugverkehrs ist das allerdings ein hehres Unterfangen.

Zwar haben etliche Airlines ihre Passagierflüge in die besonders betroffenen Regionen Chinas bis auf weiteres ausgesetzt, darunter auch die Lufthansa, doch gänzlich vermeiden lässt sich die Ausbreitung trotzdem nicht.

Chinas Wirtschaftswachstum gerät ins Stocken

Infiziert ist längst auch die Weltwirtschaft: Experten rechnen damit, dass allein das chinesische Wirtschaftswachstum im ersten Quartal um rund 3 Prozentpunkte niedriger ausfallen dürfte als ohne das Virus. Da Chinas Wirtschaftswachstum als weltweiter Konjunkturmotor gilt, wird die Schwäche der Volksrepublik in der Folge wohl auch auf andere Volkswirtschaften durchschlagen.

Immerhin haben etliche global agierende Firmen ihre Standorte in China vorerst geschlossen, wochenlang stehen die Bänder still, etwa bei Zulieferern oder auch Automobilkonzernen. Im Frachtverkehr sind die Auswirkungen bereits spürbar: So flog etwa die Lufthansa vor dem Ausbruch des Virus dreimal so häufig mit Cargomaschinen nach China und zurück wie jetzt, und auch die Containerschiffe, die tagtäglich von chinesischen Häfen aus in alle Welt starten, sind längst nicht mehr ausgelastet.

Unmittelbare Effekte hat die Epidemie auf die Airlines, die ihre Verbindungen nach China zusammengestrichen haben – auch hier dürfte sich eine Delle in der Bilanz für das laufende Quartal zeigen. Darüber hinaus haben weitere Unternehmen diverser Branchen vor Negativeffekten durch das Coronavirus gewarnt.

Erholung in der zweiten Jahreshälfte?

Experten rechnen damit, dass sich die chinesische Volkswirtschaft nach einer Flaute zum Jahresauftakt in der zweiten Jahreshälfte wieder fangen und dann mit umso stärker beschleunigtem Wachstum die Gesamtjahresbilanz abfedern wird. Ob es jedoch wirklich so kommt, ist derzeit ungewiss.

Zwar wird ein Rückgang der Neuinfektionen in den kommenden Wochen erwartet, doch die Zahlen deuten bislang noch in eine andere Richtung. Solange weder Impfstoffe noch zuverlässige Behandlungsmethoden existieren, um auch schwere Krankheitsverläufe zu heilen, ist der Kampf gegen das Virus wie ein Katz-und-Maus-Spiel und sehr daran gebunden, dass sich alle Beteiligten diszipliniert an strikte Abläufe halten. Je mehr Menschen das betrifft, umso unwahrscheinlicher wird es, die Epidemie erfolgreich einzudämmen.

Kurzfristig sind erste wirtschaftliche Folgen bereits jetzt zu spüren. Inwieweit sich das Virus auch in der Gesamtjahresbilanz Chinas und anderer Volkswirtschaften sowie Firmen niederschlagen wird, hängt maßgeblich davon ab, ob und wie schnell es gelingt, die Sache unter Kontrolle zu bringen.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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