Coronavirus-Epidemie lässt Kupferpreis einbrechen

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Der Kupferpreis ist ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Lage. Die aktuelle Epidemie in China lässt jetzt den Kupferpreis klar einbrechen. (Foto: beejung / shutterstock.com)

Die schlechten Nachrichten aus China rund um das Coronavirus haben auch massive Auswirkungen für den Rohstoffmarkt. Vor allem bei den Industriemetallen geht es aktuell massiv nach unten. Heute möchte ich dabei noch etwas genauer auf Kupfer eingehen – denn hier sind die Verwerfungen schon sehr groß.

Dabei weitet sich die Schwäche auch auf andere Industriemetalle aus. Gemessen am LME-Industriemetallindex (LMEX) haben die Preise der Industriemetalle Ende der vergangenen Woche den tiefsten Stand seit November 2016 erreicht. Allein seit dem Beginn des Ausverkaufs am 20. Januar ist dieser wichtige LMEX Index um rund 9% eingebrochen. Das ist schon ein klares Signal.

Speziell Kupfer ist hier besonders schwach. So hatte Kupfer jetzt den schwächsten Monat seit November 2015 mit einem Monatsverlust von rund 10%. Hinzu kommt noch die weitere Unsicherheit über das weitere Geschehen in China. Viele Märkten waren jetzt geschlissen – wegen des chinesischen Neujahrsfestes.

Doch heute haben die Börsen wieder geöffnet und die großen chinesischen Indizes sind erst einmal um 6 bis 8% eingebrochen. Wenn jetzt der Handel an den chinesischen Börsen wieder aufgenommen wird, dürfte das den Abwärtsdruck bei den Industriemetallen noch weiter beschleunigen. Allerdings ist es auch gut möglich, dass nach dem massiven Abrutschen jetzt erst einmal eine Beruhigung eintritt.

Weitere Folgen der Epidemie noch unklar

Grundsätzlich liefert uns der Kupferpreis einen guten Anhaltspunkt für die Einschätzung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Kupfer ist ein Industriemetall mit sehr breiten Einsatzmöglichkeiten. Insofern taugt die Preisentwicklung und die Entwicklung der Lagerbestände schon dafür, die weitere Entwicklung zu prognostizieren.

Natürlich werden in China in diesen Tagen auch noch normale Stimmungsindikatoren veröffentlicht. So liegen jetzt die offiziellen Daten für den Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Januar 2020 vor. Erwartungsgemäß ging es hier auf den maßgeblichen Wert von 50 Punkten nach unten. Bei Werten darunter erwarten die Einkaufsmanager eine Verschlechterung der Lage.

Aber diese Daten sind auch mit Vorsicht zu genießen, denn die Befragung der Einkaufsmanager fand schon vor dem 20.Januar statt. Und bis zu diesem Zeitpunkt spielte das Coronavirus noch keine maßgebliche Rolle bei der Einschätzung der weiteren Entwicklung.

Daher sind jetzt die nächsten Wochen ganz entscheidend. Es geht darum mit welcher Geschwindigkeit sich das Virus ausbreitet. Dabei ist die Lage in China schon jetzt als gefährlich einzustufen, denn die Zahl der Erkrankungen liegt schon jetzt höher als bei der SARS-Epidemie in den Jahren 2002/2003. Größere wirtschaftliche Auswirkungen werden so auch deutlich wahrscheinlicher.

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Heiko Böhmer
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