Coronavirus: Wirtschaftliche Folgen nehmen zu

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Die Erkrankungen durch das Coronavirus nehmen immer weiter zu. Sehr viel weitere Kreise ziehen aber jetzt schon die wirtschaftlichen Folgen. (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Das Thema Coronavirus bleibt auch in der neuen Woche bei den Schlagzielen ganz vorne. Die Zahl der Erkrankungen ist in den letzten Tagen in China sprunghaft angestiegen. Laut offizieller Angaben war das aber auf veränderte Testmethoden zurückzuführen.

Ganz aktuell sind nach offiziellen Daten sind jetzt insgesamt knapp 72.000 Menschen erkrankt und schon 1.775 verstorben. Doch noch immer gilt auch: 99% der Krankheitsfälle sind in China. Die strikten Maßnahmen in China wirken sich aktuell wohl positiv aus. Also ist auch die unmittelbare gesundheitliche Gefahr in Deutschland eher gering.

Aber ungeachtet dessen verschärfen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen immer weiter. In vielen Ländern drohen wichtige Lieferketten aus China zusammenzubrechen. Und das kann dann schon massive Folgen auch bei uns in Deutschland haben: Wenn eben bestimmte Teile aus China nicht mehr exportiert werden, dann kann es beispielsweise bei deutschen Maschinenbauern zu Problemen in der Produktion kommen.

Daher schaue ich aktuell auch verstärkt auf den Goldpreis – als wichtigen Krisenindikator. Von Panik ist hier nichts zu sehen. Der Preis hält sich stabil im Bereich über 1.550 USD pro Unze. Sollten viele Investoren die Lage kritischer einschätzen, würde der Preis auch schon wieder klar über der 1.600 USD marke notieren.

Stimmung an den Aktienmärkten ist noch gut

Solange aber auch die Aktienmärkte weiter stark performen, ist das Thema Coronavirus nur eines von vielen an den Börsen. Und in einer Sache sind sich viele Investoren auch einig: Eine wirtschaftliche Abschwächung, die durch eine Virusepidemie ausgelöst wird, verschwindet auch relativ schnell wieder. Das erklärt auch den latent vorhandenen Optimismus vieler Investoren.

Das Bild kann sich aber sehr schnell verändern, wenn es zu vermehrten Erkrankungen außerhalb Chinas kommen würde. Ich denke, das wäre tatsächlich der Wendepunkt bei der aktuellen Krise. Doch solange diese Epidemie in großen Teilen auf China beschränkt bleibt, sind auch die globalen Folgen nicht so massiv.

Was bedeutet diese Einschätzung jetzt für den Rohstoffmarkt? Kurzfristig wird der Energiemarkt unter Druck bleiben – weil die Nachfrage in China deutlich gesunken ist. Ähnliches gilt auch für die Industrierohstoffe wie beispielsweise Kupfer. Auch hier ist China der mit Abstand größte Nutzer. Und wenn in China die Wirtschaft stockt, dann hat das direkte Auswirkungen auf diese Märkte.

Bleiben noch die Edelmetalle: Hier kann eine Verschärfung der Coronavirus-Krise sehr schnell deutlich höhere Notierungen vor allem beim Gold bringen. Im Windschatten würden dann auch die Goldminen deutlich zulegen.

Sie sehen aber auch: Es gibt noch sehr viele Unbekannte in dieser Rechnung – daher werde ich das Thema auch weiter hier eng begleiten.

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