Covestro: Hier war zuletzt einiges los

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Bei dem im DAX notierten Kunststoff-Spezialisten Covestro tat sich zuletzt einiges. Ich möchte Ihnen einen kurzen Überblick geben. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX ging heute aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Corona-Fallzahlen auf Tauchstation. Das ist aber aus meiner Sicht kein Grund zur Sorge. Denn erstens haben wir in Deutschland die gesundheitlichen Folgen der Pandemie nach wie vor recht gut im Griff und zweitens naht spätestens 2021 Rettung in Form von Medikamenten und Impfstoffen.

Blicken wir nun auf ein DAX-Unternehmen, bei dem zuletzt einiges los war: den Kunststoff-Spezialisten Covestro. Zunächst gab es Gerüchte um ein mögliches Übernahmeangebot für Covestro, dann kündigte das Unternehmen selbst eine Übernahme an und schließlich wurde in dieser Woche auch noch eine Kapitalerhöhung durchgeführt.

Der Kurs der Covestro-Aktie legte in den vergangenen Tagen und Wochen eine kleine Achterbahnfahrt hin. Insgesamt befindet sich die Aktie aber seit Monaten im Aufwind. Auch die jüngst vorgelegten Zahlen konnten überzeugen.

So lag beispielsweise das vorläufige Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 456 Mio. Euro im 3. Quartal deutlich über dem zuvor erwarteten Wert von 373 Mio. Euro.

Die Abweichung ergibt sich im Wesentlichen durch höhere Kosteneinsparungen sowie durch stärkeres Mengenwachstum und eine bessere Margenentwicklung. Der Umsatz lag jedoch mit 2,76 Mrd. Euro leicht unter den Erwartungen von 2,85 Mrd. Euro. Insgesamt fielen die Zahlen aber gut aus und kamen an der Börse auch gut an.

Schauen wir nun auf die Kapitalerhöhung: Covestro hat 10,2 Mio. neue Aktien zu einem Preis von 43,85 Euro ausgegeben. Damit beläuft sich der Bruttoemissionserlös der Kapitalerhöhung auf 447 Mio. Euro. Nun möchte ich Ihnen noch erläutern, was man generell unter einer Kapitalerhöhung versteht und warum Unternehmen Kapitalerhöhungen durchführen.

Was Sie über Kapitalerhöhungen wissen sollten

Unter Kapitalerhöhung werden sämtliche Kapitalmaßnahmen verstanden, die auf eine Erhöhung des Eigenkapitals von Unternehmen abzielen und sowohl als Innenfinanzierung (durch einbehaltene Gewinne) als auch im Wege der Außenfinanzierung (durch externe Mittel -> z.B. durch neue Aktien wie jetzt im Fall Covestro) durchgeführt werden können.

Kapitalerhöhungen beruhen zumeist auf betriebswirtschaftlichen Ursachen und betreffen überwiegend Kapitalgesellschaften, weil deren Kapitalbedarf hoch ist und deren Haftungsmasse im Regelfall auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt ist.

Das Aktiengesetz (AktG) befasst sich in den §§ 182 bis 206 AktG sehr ausführlich mit den verschiedenen Arten der Kapitalerhöhung. Generell wird dabei zwischen der effektiven und der nominellen Kapitalerhöhung unterschieden. Effektive Kapitalerhöhungen (die sind für Sie als Aktionär entscheidend) führen zu einer betragsmäßigen Erhöhung des Eigenkapitals.

Allen Kapitalerhöhungen ist gemeinsam, dass sie vorher durch die Hauptversammlung zu beschließen sind und erst rechtswirksam werden, wenn sie in das Handelsregister eingetragen worden sind.

Gründe für Kapitalerhöhungen

Bei der Umwandlung irgendeiner Rechtsform in eine Aktiengesellschaft kommt es oft zu Kapitalerhöhungen, weil die AG als kapitalintensivste Rechtsform gilt und deshalb rechtsformbedingter Nachholbedarf gesehen wird.

Kapitalerhöhungen sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen erforderlich, wenn Investitionen geplant sind (Sachinvestitionen oder Beteiligungserwerb) und deren bisherige Deckungsquote durch Eigenkapital erhalten bleiben soll.

Ohne besondere Investitionspläne kommt es zu Erhöhungen des Eigenkapitals, wenn aus Bonitätsgründen (hier zur Steigerung der Kreditwürdigkeit) eine Steigerung der Eigenkapitalquote zur Verbesserung der Bilanzstruktur erforderlich ist, oder der Anteil des Fremdkapitals gesenkt werden soll, um die Zinsbelastungen zu reduzieren.

Abschließend eine kurze Einschätzung zur Covestro-Aktie: Das Geschäftsmodell des Unternehmens ist zyklisch. Daher müssen größere Schwankungen eingeplant werden. Langfristig orientierten Anlegern, die mit größeren Schwankungen leben können, dürften sich aber durchaus interessante Perspektiven bieten.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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