COVID-Boom im Drogerie-Geschäft lässt auf sich warten

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Unternehmen, die ihren Fokus auf Arznei-, Gesundheits- und Hygieneprodukte gelegt haben, werden tendenziell von der Krise profitieren. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Die Corona-Krise hält die Welt in Atem.

Vielen Unternehmen bereitet der globale Lockdown große Schwierigkeiten. Doch neben den zahlreichen Verlierern gibt es auch klare Gewinner, die von der Pandemie profitieren und gestärkt aus der Krise hervorgehen werden.

Die Kosmetik- und Drogeriebranche ist zweigeteilt

Unternehmen, die ihren Fokus auf Arznei-, Gesundheits- und Hygieneprodukte gelegt haben, werden tendenziell von der Krise profitieren. Kosmetikprodukte werden dagegen eher weniger nachgefragt. Jedoch sind die positiven und negativen Effekte bislang weniger stark ausgefallen als wir erwartet hätten. Oft konnten wir nur einen sprunghaften Anstieg bei einzelnen Produkten feststellen, die gerechnet auf den Konzernumsatz letztlich nur einen kleinen Teil ausmachen.

Beispielsweise konnte Reckitt Benckiser einen unvorstellbaren Run auf das Flächen-Desinfektionsmittel Sagrotan feststellen. Der Konzernumsatz ist 2019 aber nur um 2% und im 1. Quartal um 12,9% angestiegen. Auch der Hygieneexperte Ecolab, der vor allem professionelle Abnehmer beliefert, konnte nur ein Umsatzplus von rund 2% erzielen. Hier ist zwar der Bedarf in Krankenhäusern sprunghaft angestiegen, bei den Hotels und in der Gastronomie ging der Umsatz aber praktisch vollständig zurück.

Mit der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens unter strengen Hygienevorschriften sind weitere Umsatzsprünge politisch vorgegeben. Der COVID-Boom im Drogerie-Geschäft wird noch kommen.

Digitaler, internationaler, erfolgreicher

Die Corona-Krise kommt für viele Drogerie-Konzerne genau zur richtigen Zeit, denn durch die unerwarteten Wachstumschancen können Expansionsstrategien noch schneller umgesetzt werden. Wichtigste Punkte sind die Digitalisierung und die Internationalisierung der Geschäfte. Besonders interessant sind Procter & Gamble, Walgreens Boots Alliance und Church & Dwight.

P&G hatte zuletzt zahlreiche Marken verkauft, um den operativen Fokus zu schärfen. Mit dem verbleibenden Kerngeschäft soll das weltweite Wachstum jetzt kräftig angekurbelt werden. Die Erfolge geben dem Konzern Recht. Der Umsatz stieg in den ersten 9 Monaten um 5,3% auf rund 53,3 Mrd $. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 11,8% auf 3,89 $ pro Aktie. Das weltweite Wachstum kann überzeugen.

Ähnliche Schritte geht auch Church & Dwight. Der Drogerie- Konzern war in seiner Historie sehr stark mit seinem Heimatmarkt verbunden. Lange Zeit wurde die Produktpalette überwiegend in den USA vertrieben. Das ändert sich. Neben Europa soll künftig vor allem Asien die entscheidenden Wachstumsimpulse liefern. Auch Walgreens möchte sich vom Heimatmarkt lösen und stärker in Übersee expandieren. Gleichzeitig setzt der Apotheken-Konzern auf eine Digitaloffensive und einen eigenen Online-Shop.

Der Kampf um die besten Düfte und Aromen

In fast allen Drogerie-Artikeln sind Duftstoffe enthalten. Zudem können produktseitig auch Aromastoffe für Lebensmittel hergestellt werden. Der Markt ist kaum zu überschätzen – und es gibt nur wenige ernstzunehmende Produzenten. Alle drei großen Spieler sind in der Aktien-Analyse vertreten: Givaudan, I F F und Symrise. Die Zahlen sind überzeugend. Wachstumstechnisch und bilanziell hat I F F aktuell die Nase vorn, Symrise und Givaudan folgen knapp dahinter. Weitere Erfolge sind bei allen drei Unternehmen vorprogrammiert.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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