Crash droht: HSBC-Studie zeigt Automobilindustrie vor einer Krise

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Die Auto-Industrie steht vor einer massiven Krise – dazu trägt der Diesel-Skandal bei aber auch die massive Sättigung des Marktes. (Foto: Gubin Yury / shutterstock.com)

Eine neue Branchenstudie der britischen HSBC-Bank zeigte jetzt, dass ein weiteres Wachstum der weltweiten Autoindustrie im nächsten Jahr kaum vorstellbar ist. Die HSBC-Analysten senkten deshalb die Kursziele für die größten Autohersteller wie Daimler, BMW, Renault und PSA.

Ähnlich äußerte sich auch der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Erstmals seit dem Jahr 1990 ist der Absatz von Autos in China eingebrochen. Damit stehen der Autoindustrie zwei schwere Jahre bevor. Auch für Deutschland, dem viertgrößten Automarkt der Welt, rechnet Dudenhöfer mit sinkenden Umsätzen.

Solch eine Meldung zeigt Ihnen, wie sehr die auf stetiges Wachstum angewiesene Autoindustrie in Wirklichkeit in der Krise steckt. Während die Branche noch im letzten Jahr neue Rekordproduktionen mit Wachstumsraten von 11 Prozent feierte, verdüstert sich jetzt der Himmel immer weiter. Das liegt nicht nur an den Betrugsskandalen bei der Abgasreinigung, sondern auch daran, dass kaum ein Markt so gesättigt ist, wie der für Autos.

Automarkt ist gesättigt – das wird zu einer massiven Krise führen

Jede Sekunde werden heute weltweit 2,6 Autos gebaut. Damit wird sich der globale Autobestand bis zum Jahr 2020 auf über 1,3 Milliarden vergrößert haben. Heute kommen in Deutschland auf 1.000 Einwohner – vom Baby bis zum Greis – schon 570 Autos. Mit anderen Worten: Besonders in Deutschland gibt es bald vor allem in den Städten kaum noch Platz für die Autoflut. Ein Wachstum wie bisher ist unter solchen Umständen selbst bei guter Konjunktur kaum noch möglich.

Dazu kommt, dass kaum eine Industrie so konjunkturabhängig ist wie gerade die Autoindustrie. In der Finanzkrise 2008/2009 war sie von einem dramatischen Umsatzeinbruch betroffen, was sich vor allem auch bei deren Aktienwerten zeigte. Vom Hoch im Oktober 2007 brachen beispielsweise die Aktien von Daimler bis Februar 2009 um 76 Prozent ein, die von BMW sackten um 56 Prozent ab und die Papiere von VW verloren 73 Prozent an Wert.

In der nächsten Finanzkrise wird Autobranche massiv leiden

Sie sehen daran, dass auch in der nächsten Finanzkrise die Automobilwerte zu den Hauptverlierern gehören werden. Im Gegensatz zu damals kommen jedoch diesmal noch ein weitgehend gesättigter Markt und der Abgas-Betrugsskandal dazu. Einschränkungen, die eine spätere Erholung der Aktien sehr stark beeinträchtigen werden. Investieren Sie deshalb auf keinen Fall in diese zyklischen Papiere.

Besser ist es, wenn Sie jetzt schon nur auf Unternehmen setzen, die auch für Krisenzeiten gut aufgestellt sind. Damit meine ich die Krisen-Gewinner-Unternehmen (KGU), auf die ich auch an dieser Stelle regelmäßig eingehe.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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