Crash-Gefahr: Der deutsche Aufschwung hängt einseitig am Exportüberschuss

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Deutschland exportiert extremviel. Das macht die deutsche Wirtschaft besonders anfällig bei Krisen der Weltwirtschaft. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Deutschland ist eine Exportnation. Das ist aber auch eine große Gefahr – die von vielen Experten völlig unterschätzt wird. Lesen Sie heute, warum gerade die große Abhängigkeit von Exporten in Deutschland schon bald zu einem bösen Erwachsen führen könnte.

Und eins ist dabei für mich sicher: Dieses Szenario hat die Masse der Experten nicht auf dem Radar. Das macht die Gefahr noch größer, denn so kann es kaum einen wirksamen Schutz vor den möglichen Gefahren geben.

Vor allem das Ausland reagiert immer wieder kritisch, wenn es um das Thema Deutsche Exporte geht. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wurde jetzt erneut der einseitige Exportüberschuss Deutschlands kritisiert. Schon letztes Jahr bezeichnete der US-Präsident Donald Trump diesen als „sehr böse“. Hintergrund ist, dass der Exportüberschuss bei uns ein Handelsbilanzdefizit in anderen Ländern bewirkt und diese dadurch immer mehr in die Schuldenfalle geraten.

Deutscher Handelsüberschuss liegt schon bei 8% der Wirtschaftsleistung

Mit acht Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) bzw. über 250 Milliarden Euro im Jahr haben wir inzwischen den weltweit größten Handelsbilanzüberschuss aller Länder. Schon im Jahr 2011 hat die EU sechs Prozent vom BIP als absolutes Maximum für einen Exportüberschuss genannt. Selbst das Exportland China hat nur einen Exportüberschuss von zwei Prozent.

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Das zeigt, dass der aktuelle Aufschwung in Deutschland einseitig am Export hängt. Doch damit verbunden ist auch eine enorme Gefahr für Deutschland. Bricht der Export zusammen, weil die Weltkonjunktur sich abkühlt, dann geraten wir sofort in eine schwere Krise. Noch schlimmer wird es, wenn die Verbindlichkeiten des Auslandes, die durch diesen enormen Handelsbilanzüberschuss entstanden sind, teilweise oder sogar ganz ausfallen.

Alleine seit der Euroeinführung 2002, haben sich hier über 2,4 Billionen Euro Auslandsverbindlichkeiten angesammelt. Bei Ausfall dieser Forderungen drohen eine große Pleitewelle exportabhängiger Unternehmen in Deutschland und eine dramatische Wirtschaftskrise.

Für Sie heißt das, dass Sie auf keinen Fall auf Kapitalanlagen bei exportorientierten Unternehmen setzen sollten. Dieser Aufschwung stellt ein Strohfeuer dar, der in einen Crash münden wird. Meiden Sie deshalb strikt Aktien von Unternehmen, die vom Export abhängig sind, wie z. B. die der Automobilindustrie. Setzen Sie ausschließlich auf Unternehmen, die Produkte herstellen, die auch in einer Krise noch benötigt werden.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.