Crash-Gefahr: Private Geldvermögen steigen 2017 auf neuen Rekordwert

Laut Statistik steigt das Geldvermögen in Deutschland immer weiter an – doch das nützt der Masse der Bevölkerung nichts. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Schon vor wenigen Tagen habe ich Ihnen hier geschrieben, wie ungleich das Vermögen in Deutschland verteilt ist und was sich daraus für massive Probleme ergeben. Jetzt bin ich auf neue daten gestoßen, die genau das bestätigen – und alle Anhänger der Schönfärberei in die Schranken weisen, die noch immer behaupten Deutschland wäre ein reiches Land. Auf den ersten Blick scheint das so. Das zeigt der Blick auf die Entwicklung der Geldvermögen in Deutschland.

Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, sind die privaten Geldvermögen letztes Jahr abermals auf den neuen Rekordwert von 5.857 Milliarden Euro gestiegen. Das bedeutet eine Zunahme von 5 Prozent gegenüber 2016. Wie auch bekannt wurde, haben die Deutschen fast 2.200 Milliarden Euro davon allein in Versicherungen und Pensionseinrichtungen investiert. Auch die Zahl der Aktionäre hat mit über 10 Millionen den höchsten Stand seit 10 Jahren erreicht.

Der Großteil der Bevölkerung hat nichts vom steigenden Reichtum

Untersucht man die Zahlen näher, dann wird deutlich, dass der Großteil der Bundesbürger an diesem enormen Anstieg der Geldvermögen gar nicht beteiligt ist. In Deutschland besitzen nur 10 Prozent der Bevölkerung über 60 Prozent des Vermögens. Demgegenüber hat die ärmere Hälfte der Deutschen gerade einmal 2,5 Prozent des Vermögens. Deshalb warnte jetzt auch der Sozialverband VdK Deutschland davor, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklaffe und immer mehr Menschen auf soziale Transferleistungen angewiesen sind, während sich der Reichtum bei einer Minderheit konzentriert.

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Genau solch eine Konzentration von Reichtum in immer weniger Händen ist ein deutliches Indiz dafür, dass das Finanzsystem vor dem Kollaps steht. Eine Wirtschaft ist nur dann stabil, wenn das Vermögen – und damit auch die Konsummöglichkeiten – möglichst breit verteilt ist. Auch vor der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren erreichte die Vermögenskonzentration neue Rekordwerte – wenig später kollabierte das System. Darauf deutet auch die wieder hohe Zahl der Aktionäre hin, die nicht zufällig erneut auf den Stand von 2008, dem Beginn der Finanzkrise, gestiegen ist.

Das heißt für Sie, dass Sie gut daran tun, sich auch weiterhin aktiv abzusichern. Vor allem sollten Sie auch vermeiden, große Anteile Ihres Vermögens in Lebensversicherungen zu stecken, denn dieses Kapital ist für Sie im Crash-Fall weder schnell verfügbar noch sicher, da die Lebensversicherungen in einem großen Crash ebenfalls schnell Probleme bekommen und Bankrott gehen können.

Zudem fällt es ihnen immer schwerer, ihren Kunden eine ordentliche Rendite zu bieten, da sie, wie die Banken auch, zunehmend unter der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) leiden. Deshalb ist es besser, Sie streuen Ihr Vermögen breit vor allem in Fremdwährungen und Edelmetalle.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.