Crash-Gefahr: Verbraucherkredit-Zinsen erreichen Rekordtief

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Die niedrigen Zinsen bergen große Gefahren. Das wird an der aktuellen Lage bei den Verbraucherkrediten ganz deutlich. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Überall sinken die Zinsen – das gilt auch für den Markt der Verbraucherkredite. Eine Sache gleich vorweg: Von dieser Art der persönlichen Verschuldung halte ich gar nichts. Konsum auf Pump ist kein Weg ein persönliches Vermögen aufzubauen. Doch immer mehr Bundesbürger sehen das anders. Das Geschäft mit den Konsumentenkrediten boomt. Das liegt auch an den sehr attraktiven Bedingungen.

Nach Informationen des Internet-Kreditmaklers Verivox erreichten die durchschnittlichen Zinsen für Verbraucherkredite mit 4,67 Prozent in Deutschland ein neues Allzeittief. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2015 mussten dafür über fünf Prozent bezahlt werden. Doch es kommt noch schlimmer: Zwei Drittel der Schuldner haben demnach sogar nur Kreditzinsen von effektiven drei Prozent.

Hochgerechnet auf das Gesamtkreditvolumen sparen die Verbraucher damit laut Verivox jährlich allein im Vergleich zum Vorjahr 600 Millionen Euro an Zinsen für Verbraucherkredite. Doch diese zunehmende Ersparnis der Verbraucher bedeutet umgekehrt auch, dass die Banken immer weniger Geschäft mit dem Geldverleihen machen können. Gefährlich ist diese Entwicklung deshalb, weil sich daraus sehr schnell und plötzlich eine Kreditklemme entwickeln kann. Das heißt, weil es sich für die Banken schlicht nicht mehr lohnt, überhaupt noch Geld zu verleihen, drehen sie einfach den Geldhahn völlig zu.

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Aktuelle Phase erinnert an die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre

Solch eine Entwicklung gab es zuletzt in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Das Tief bei den Zinsen führte wegen der einsetzenden Kreditklemme zu einem massiven Geldmangel bei Unternehmen und Privatpersonen und daraus resultierend zu einer Deflation. Daran sehen Sie, dass Niedrigzinsen keinesfalls eine gute Entwicklung ankündigen. Vielmehr gehen sie häufig einer plötzlich entstehenden Krise voraus, auf die dann niemand vorbereitet ist.

Doch wenn Sie sich gut auf die kommende Krise vorbereiten, können Sie auch gelassen bleiben, wenn die Masse der Investoren in Panik gerät. Und was wird wieder passieren, denn die aktuelle Phase der Ruhe nähert sich dem Ende. Immer mehr Krisenherde rund um den Globus zeigen uns schon: Das Risiko der nächsten großen Finanzkrise nimmt immer weiter zu.

Deshalb ist es für Sie wichtig, dass Sie sich aktiv absichern. Das tun Sie, indem Sie gezielt auf liquide, jederzeit umschichtbare Werte setzen. Wichtig ist auch ein Bargeldvorrat. Dieser sollte so dimensioniert sein, dass Sie damit mindestens zwei Monate die Ausgaben für die Aufrechterhaltung Ihres gewohnten Lebensstandards bestreiten können. Darüber hinaus sollten Sie ein Drittel Ihrer Fremdwährungen in bar halten.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.