Crash-Indiz: Krisenpolitik der EZB gilt unter Analysten als Normalzustand

Vor langer Zeit starteten die internationalen Notenbanken extreme Rettungsmaßnahmen: Als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise 2008/09 sanken in der westlichen Welt die Zinsen.

Damals hatten Politiker noch echte Bedenken, ob dieses Vorgehen mit faktischen Nullzinsen funktionieren kann.

Doch heute wissen wir: Mittlerweile haben sich die Finanzmärkte und auch die Sparer daran gewöhnt.

Wie eine Umfrage unter Ökonomen ergeben hat, sehen heute 3/4 der Experten Nullzinsen als normal an.

Selbst 69% der Notenbank-Chefs der entwickelten Länder halten diesen Krisen-Modus inzwischen für ein potenziell sinnvolles Instrument und könnten es sich auch als einen Dauerzustand vorstellen.

Für Staatsanleihen-Käufe durch Notenbanken gilt dasselbe: Mehr als 2/3 der Ökonomen und 54% der Notenbanker sehen diese Markteingriffe als möglichen Teil des Instrumentariums nach einer Krise.

Selbst extreme Maßnahmen verlieren zusehends an Wirkung

Mir zeigt solch eine Einstellung der Experten, dass man sich mit dem seit der Finanzkrise 2008 anhaltenden dauerhaften Krisenzustand abgefunden hat und gar keine wirklichen Lösungen mehr anstrebt.

Doch auch diese massiven Aktionen verlieren zusehends an Wirksamkeit. Zudem zeigt der plötzliche Zins-Anstieg nach der US-Wahl im November, dass die Notenbanken auch den Zins nicht mehr im Griff haben.

Ein externer Schock kann den nächsten Crash auslösen

Es reicht heute ein externer Schock, wie etwa die immer noch im Raum stehende Pleite der Deutschen Bank, oder der Austritt Italiens aus dem Euro, um die Zinsen massiv steigen zu lassen.

Dann bricht dieses völlig irrationale, auf dauerhaften Nullzinsen beruhende Kartenhaus in sich zusammen.

2017 kann dabei zum Wendejahr an den Finanzmärkten werden – und das hat auch einen ganz klaren Hintergrund: So sind zuletzt in den USA 3 große Indizes nacheinander auf neuen Allzeitstände geklettert.

Dabei handelt es sich um den Dow Jones Index, den S&P 500 Index und den marktbreiten Russel 2000 Index.

Geschichte zeigt: Aktuelle Lage an den Börsen ist explosiv

Das passierte in der Geschichte zuletzt am 31.1.1999. Sie erinnern sich:

Im neuen Jahrtausend war es noch 2 Monate ruhig an den Börsen. Dann setzte ab März 2000 ein Crash ein. Damals platzte die Internetblase zuerst in den USA und in der Folge auch dann bei uns.

Die Gefahr für eine massive Korrektur bis hin zu einem Crash sehe ich auch heute wieder, denn gerade in den USA haben die Börsen das Rekord-Niveau nur erreicht, weil aktuelle Spekulationen laufen.

Die Rekordstände sind fundamental nicht zu begründen – das macht die Lage so gefährlich an den Börsen.

20. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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