Crash-Risiko: Deutsche bei Geldanlage risikoorientiert

Während die Kurse an den Börsen immer weiter steigen, werden die Deutschen immer risikobereiter. (Foto: Whyframe)

Lange Zeit galten die deutschen Anleger als sehr konservativ. Die Sicherheit kam immer an erster Stelle – risikoreiche Anlagen wie Aktien spielten nur eine kleine Rolle. Doch die jahrelangen Zuwächse auch an den Aktienmärkten führen jetzt zu einem Umdenken – mit fatalen Folgen im Falle des Crashs.

Wie jetzt eine Umfrage des Flossbach Research Institute in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut GfK ergab, sind die Deutschen bei der Geldanlage sehr risikoorientiert. Auf die Frage, wie ein Betrag von 100.000 Euro in fünf vorgegebene Anlageprodukte angelegt werden solle, wussten 37 Prozent nicht, was sie tun sollten. 27 Prozent würden in Immobilienfonds, 18 Prozent in Aktienfonds und 12 Prozent in Bundesanleihen investieren.

Bei der Frage, wie sie 10.000 Euro für 10 Jahre anlegen würden, setzen 33 Prozent auf Gold, 29 Prozent würden es auf dem Bankkonto lassen und 15 Prozent in Aktien investieren. Mit dem Wort „Aktie“ verbindet die Mehrheit von 42 Prozent den Begriff „Risiko“ und nur 9 Prozent den Begriff „Gewinn“.

Weder Aktien-noch Immobilienfonds sind empfehlenswert

Mir zeigen diese Ergebnisse, dass die Deutschen die Gefahr einer neuen Finanzkrise durchaus realistisch sehen. Von den vorgegebenen Finanzanlageprodukten wie Immobilienfonds oder Aktienfonds ist auch meiner Meinung nach keines wirklich empfehlenswert. Immobilien stürzen in einer Krise genauso ab wie Aktienfonds, weil die Fondsmanager mit großer Wahrscheinlichkeit nicht richtig auf Krisen reagieren.

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Das zeigen etliche Beispiele aus der Vergangenheit. Da haben viele Fondsmanager viel zu spät die eigenen Positionen aufgelöst und sehr große Verluste für die Kunden realisieren müssen. Für mich ist aber klar: Bei der nächsten Finanzkrise wird zuerst der Aktienmarkt betroffen sein. Dramatische Verluste wie beim Platzen der Internetblase im Jahr 2000 werden auf uns zukommen.

Da ist die Investition in Gold oder sogar das Stehenlassen des Betrages auf dem Konto oft noch die bessere Alternative. Die meisten zyklischen Aktien sind heute in der Tat in erster Linie ein Risiko und Gewinne werden gar keine bleiben, wenn erst einmal die nächste Finanzkrise zuschlägt.

Daher kann ich an dieser Stelle nur noch einmal wiederholen: Verteilen Sie Ihr Vermögen auf verschiedene Anlageklassen. Eine breite Streuung verhindert das massive Abrutschen.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.