Crash und Boom gleichzeitig? – Aktien gegen Gold

Der DAX hat heute die 12.900 Punkte bereits geknackt, wurde danach aber wieder abverkauft.

Dennoch sieht es weiterhin danach aus, als würden wir bald das Allzeithoch und danach auch die 13.000 Punkte erreichen. Die Frage scheint letztlich nur, wann es genau passiert.

Und als 2. Frage bleibt: Was geschieht bei 13.000 Punkten? Gibt es einen erneuten Abverkauf oder ziehen die Kurse weiter an?

Gold startet über 1.400 US-Dollar in neuen Bullenmarkt

Das ist zumindest die Prognose des Gold-Fonds-Managers Joe Foster von VanEck. Aktuell stehen wir bei 1.272 US-Dollar.

Somit wird es noch einen ordentlichen Schritt brauchen, damit wir die 1.400 US-Dollar sehen werden.

Zuletzt hatten wir einen derart hohen Goldpreis übrigens im September 2013! Wir sind demnach nicht nur charttechnisch weit davon entfernt – auch zeitlich.

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Die blaue 20-Wochen-Linie im Chart wirkt als grobe Richtlinie. Aktuell müssten wir also daran wieder nach oben abprallen.

Trotzdem gilt es zuerst das Hoch bei 1.375 US-Dollar abzulösen, wie Sie sehen, bevor wir über Kurse von 1.400 und mehr reden können.

Der Aufwärtstrend bietet immerhin 2 Linien an, die den Goldpreis in der nächsten Zeit stützen können.

Doch damit Gold auf 1.400 US-Dollar steigt und danach einen neuen Bullenmarkt startet, braucht es etwas mehr.

Hintergrund der Analyse von Joe Foster ist die Nachricht des Institute of International Finance.

Diesmal wird alles wohl noch schlimmer

Demnach gibt es weltweit derzeit 217 Billionen US-Dollar an Schulden. Das ist das 3x so viel wie das weltweite BIP!

Vor der Schuldenkrise 2007 lagen die weltweiten Schulden bei 149 Bio. US-Dollar, also noch knapp 50% niedriger.

Außerdem sei die chinesische Banken-Blase 3x so groß, wie die der USA, bevor Lehman Brothers geopfert wurde.

Es gibt also reichlich Zündstoff und die Explosions-Gefahr steigt mit jeder Woche.

Wollen Sie noch einen Faktor lesen, warum der Markt bald crashen und Gold steigen sollte? – Der Crash ist überfällig. Es gab selten einen solch langen und positiven Wirtschafts-Zyklus.

Allein deshalb wäre es an der Zeit darüber nachzudenken das eigene Depot defensiv auszubauen.

Dazu können Sie auf jeden Fall einige Stops setzen, um Gewinne abzusichern, falls die Aktienkurse tatsächlich fallen sollten.

So etwas tut nicht weh und Sie haben für den schlimmsten Fall auch gleich schon einmal den Fallschirm eingepackt.

Aktuelles Wachstum ist nur geliehen

Die finanziellen und ökonomischen Risiken sollen den Goldpreis früher oder später auf über 1.400 US-Dollar heben. Das muss auch nicht unbedingt in diesem Jahr geschehen.

Besonders in den USA mehren sich die Anzeichen dafür, dass der positive Wirtschafts-Zyklus dem Ende entgegengeht.

Die FED hat es verschlafen ihre Geldpolitik wieder in normale Bahnen zu lenken.

Die Folge sind eine steigende Inflation, Aktien in Blasen-Bildung, und auch die große Anzahl der ablaufenden Autokredite sollen demnach eine Rolle spielen.

Außerdem gibt es neue Rekorde bei der Verschuldungs-Quote in vielen Wirtschafts-Sektoren.

Die Staatsschulden markieren immer wieder neue Höchststände, und die Privat-Haushalte müssen das Ersparte angreifen.

Daraus ergibt sich folgende tödliche Kombination: Wir haben steigende Schulden und gleichzeitig kein Wachstum bei der Produktivität, bei den Löhnen oder beim BIP.

Das Geld wird also falsch investiert, und somit ist das aktuell Wachstum nicht nachhaltig, sondern einfach nur ein Vorschuss. Die Quittung kommt garantiert…

2. Oktober 2017

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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