Credit Suisse weiterhin zuversichtlich für die Aktienmärkte

Die Kurse am Aktienmarkt sind zuletzt gesunken und prompt ziehen einige Bank-Analysten mit ihren Prognosen nach, damit sie wieder näher am aktuellen Stand liegen.

Hier gilt: Die Kurse machen die Nachrichten.

Zwar haben in den vergangenen Tagen und Wochen einige Banken ihre Aktienmarkt-Prognosen für das laufende Jahr und teilweise auch schon für 2016 gekürzt, doch liegen die korrigierten Prognosen weitestgehend noch deutlich über dem aktuellen Niveau.

So hat auch die Schweizer Bank Credit Suisse ihre Aktienmarkt-Prognosen reduziert. Den US-Index S&P 500, der die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, sieht die Schweizer Bank zum Jahresende bei 2.100 Punkten.

Damit sehen die Analysten der Credit Suisse noch knapp 10% Luft nach oben bis zum Ende des laufenden Jahres.

Für Ende 2016 sehen die Experten der Schweizer Großbank den S&P 500 bei 2.200 Punkten. Die alten Prognosen lagen bei 2.200 Punkten für Ende 2015 und 2.300 Punkten für Ende 2016.

Auch die Prognosen für den EuroStoxx 50, der die 50 größten börsennotierten Unternehmen Europas umfasst, senkte das Institut. Nach zuvor prognostizierten 4.000 Zählern für Ende 2015, liegt die Einschätzung jetzt bei 3.600 Punkten.

Wichtig zu wissen ist in dem Zusammenhang allerdings, dass der EuroStoxx 50 aktuell bei rund 3.200 Punkten notiert. Damit sehen die Analysten der Credit Suisse bis Jahresende ein Potenzial von immerhin noch rund 12,5%.

Warum die Bank optimistisch bleibt

Trotz nach unten korrigierter Aktienmarkt-Prognosen bleibt die Schweizer Bank Credit Suisse gleich aus mehreren Gründen optimistisch im Hinblick auf Aktien. U. a. verweist sie auf historische Erfahrungen.

Nach 5 von 7 Ausverkäufen während eines Sommers habe der S&P 500 innerhalb eines Jahres wieder sein Hoch von vor dem Ausverkauf erreicht.

Im Durchschnitt habe der Index innerhalb eines Jahres 23% über dem Stand nach dem Ausverkauf gelegen.

Auch verweisen die Experten von Credit Suisse auf zahlreiche Besonderheiten des jüngsten Ausverkaufs, die nicht mit einer Wachstums-Verlangsamung in Einklang zu bringen seien und ihrer Einschätzung nach auf Panik hindeuten.

So sei es bei US-Aktien zu einem Ausverkauf gekommen, obwohl die Anleiherenditen gestiegen und der Dollar gesunken sei.

Gestiegene Anleiherenditen und ein schwacher Dollar deuten darauf hin, dass eine Zinserhöhung später erwartet wird, der Ausverkauf von US-Aktien wurde aber oftmals mit den Zinsängsten begründet.

Das passt so nicht zusammen!

Ferner ist die Bank überzeugt, dass die Wachstums-Erwartungen des Marktes zu pessimistisch sind. Derzeit werde eine viel zu starke Wachstums-Verlangsamung eingepreist.

Unterm Strich ist der Preis von US-Aktien zuletzt so gefallen, dass beinahe ein Nullwachstum in den USA eingepreist ist. Die US-Wirtschaft wächst aber weiterhin recht dynamisch.

Ähnlich sieht es im Hinblick auf die Konjunktur-Sorgen um China aus:

Ich habe Ihnen vor einiger Zeit an dieser Stelle darüber berichtet, wie gering der Umsatz-Anteil der DAX-Konzerne in China ist und dass dennoch einige Aktien wegen der Ängste um das Wachstum in China 20 bis 30% unter ihrem Jahreshoch notieren.

Fazit: Aktienmärkte bleiben aussichtsreich

Abschließend ist aus meiner Sicht festzuhalten, dass die Aktienmärkte aussichtreich bleiben – wenn auch vielleicht etwas weniger als noch vor einigen Wochen oder Monaten angenommen.

Die Investoren verlangen aktuell einen „Angst-Abschlag“ an den Börsen.

Dieser Bewertungs-Abschlag kann sich aber schnell wieder auflösen, wenn die kommenden Quartalszahlen bestätigen, dass die oft guten Halbjahres-Zahlen der Unternehmen keine positiven „Ausrutscher“ waren.

4. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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