Cree-Aktie: LED-Spezialist besiegelt Deal mit Infineon

Cree-Aktie: LED-Spezialist bringt Infineon-Deal in trockene Tücher. Erfahren Sie, wie der US-Konzern mit der Übernahme wieder auf den Wachstumspfad gelangen will. Analysten sind nach der Kursrally skeptisch (Foto: obs / Infineon Technologies AG)

Jetzt ist es amtlich. Der US-Konzern Cree schluckt Infineons Geschäft mit Hochfrequenz-Leistungskomponenten für 345 Millionen Euro. Mit der Akquisition will Cree das Geschäft für Mobilfunk-Infrastruktur seiner Tochter Wolfspeed stärken. Die Technologie soll für den Aufbau des neuen Mobilfunkstandard 5G zum Einsatz kommen. Bei den Anlegern kommt der Deal offenbar gut an. Die Papiere kletterten auf das höchste Niveau der vergangenen vier Jahre. Der Marktwert des Lichtspezialisten liegt mittlerweile wieder bei über 4,2 Milliarden Dollar.

Cree im Portrait

Der US-Konzern Cree ist ein weltweit tätiger Hersteller von LEDs, Beleuchtungsprodukten und Produkten für Strom- und Hochfrequenzanwendungen. Die meisten seiner Produkte basieren auf Siliziumkarbid (SiC), einer seltenen, natürlich vorkommenden Mineralverbindung, die frühe Cree-Forscher erfolgreich in einem Labor hergestellt haben. SiC ermöglicht eine höhere Leistung in Anwendungen, die eine hohe Lebensdauer erfordern, und in Halbleiterbauelementen, die bei hohen Temperaturen oder hohen Spannungen arbeiten.

Strammes Wachstum, aber schwache Gewinne

Mit seiner Positionierung konnte Cree ein deutliches Wachstum erzielen. Von 2003 bis 2014 kletterten die Erlöse von 230 Millionen auf 1,64 Milliarden Dollar. Doch seither stottert es im Getriebe. Zuletzt sanken die Umsätze auf 1,47 Milliarden Dollar und auch die Gewinnmargen ließen zu wünschen übrig. Seit nunmehr drei Jahren verharrt Cree in der Verlustzone. Von seinen rekordhohen Gewinnspannen von über 23% (2005) ist der Konzern mittlerweile Lichtjahre entfernt.

Übernahme positioniert Cree für schnelle Mobilfunknetze

Jetzt will der Technologiekonzern mit der Transaktion sein Geschäftsfeld Wolfspeed im Markt für Mobilfunk-Infrastrukturen stärken. Zur Transaktion gehören das Geschäft mit Hochfrequenz-Leistungskomponenten für Mobilfunk-Infrastruktur von Infineon in Morgan Hill und Chandler in den USA sowie Standorte in China, Schweden, Finnland und Südkorea. Mit der Übernahme soll der Geschäftsbereich die schnelleren 4G-Netztwerke und den Übergang zur 5G-Übertragungstechnologie besser unterstützen.

Sie müssen wissen: Unter dem Namen Wolfspeed hatte Cree vor rund drei Jahren seine Leistungs- und Hochfrequenzabteilungen zusammengefasst. Vielleicht kommt Ihnen der Name des Geschäftsfelds noch bekannt vor. Noch Anfang 2017 hatte Infineon vergeblich versucht, die Cree-Tochter Wolfspeed Power & RF und die dazugehörige Rohscheibenentwicklung und -fertigung von Cree komplett für 850 Millionen Dollar zu kaufen. Der Deal platzte allerdings und Cree musste rund 12,5 Millionen Dollar Vertragsstrafe zahlen.

Deal soll direkt gewinnwirksam werden

Der 345 Millionen Euro schwere Deal soll aus dem Kapitalbestand und einer Kreditlinie finanziert werden. Ziel ist es laut Cree, den jährlichen Umsatz um rund 115 Millionen US-Dollar in den ersten zwölf Monaten nach der Akquisition zu steigern. Dabei soll die Transaktion bereits ab dem ersten vollständigen Quartal der Geschäftstätigkeit positiv zum Gewinn beitragen.

Analysten nach Kursrally skeptisch

Nach dem starken Kursanstieg von 75% in den zurückliegenden sechs Monaten zeigen sich die Analysten skeptisch. Auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei über 440. Auch für das kommende Geschäftsjahr wird Cree noch mit dem 77-Fachen der Gewinne bewertet. Entsprechend zurückhaltend zeigen sich die Experten mit ihren Kurszielen. Das durchschnittliche Kursziel von 34,20 Dollar liegt momentan rund 20% unter dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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