Cropenergies-Aktie: -56% seit September 2017

Die Aktie der Südzucker-Tochter Cropenergies gehörte in den vergangenen Monaten zu den größten Verlierern der deutschen Börsenlandschaft. (Foto: fotogestoeber)

Im Dezember 2016 habe ich Ihnen an dieser Stelle letztmals über die Aktie der Südzucker-Tochter Cropenergies berichtet.

Mein Fazit lautete damals: „Sowohl die operative Geschäfts-Entwicklung als auch die Entwicklung des Aktienkurses waren in den vergangenen Jahren von teils erheblichen Schwankungen gekennzeichnet. Daher ist die Cropenergies-Aktie aus meiner Sicht nur für Anleger mit etwas stärkeren Nerven geeignet.“

Ich sollte Recht behalten: Denn sowohl die operative Entwicklung des Unternehmens als auch die Entwicklung des Aktienkurses waren auch in der Folge äußerst volatil.

Zwar konnten Sie mit der Cropenergies-Aktie in der Zwischenzeit gutes Geld verdienen, wenn das Timing stimmte. Sie konnten aber auch eine Menge Geld verlieren. Auf jeden Fall wurden Ihre Nerven stark belastet.

Die Entwicklung der Cropenergies-Aktie

Ende Dezember 2016 notierte die Cropenergies-Aktie bei rund 5 Euro. In der Folge ging es bis September 2017 auf knapp 12 Euro rauf. Dann folgte jedoch der Absturz. Aktuell notiert die Aktie wieder bei knapp über 5 Euro.

Wer im Dezember 2016 bei rund 5 Euro eingestiegen ist und bei Kursen von über 10 Euro den Absprung schaffte, konnte seinen Einsatz verdoppeln. Wer hingegen bei den Höchstständen im September 2017 eingestiegen ist, kommt aktuell auf ein Minus von rund 56%.

Die jüngste operative Entwicklung des Unternehmens

Die jüngste operative Entwicklung des Unternehmens ist alles andere als gut und lässt auch nicht unbedingt einen schnellen Anstieg auf alte Höchststände vermuten. Das Unternehmen teilte kürzlich mit, dass das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 im Vergleich zum Vorjahr „unterdurchschnittlich“ verlaufen sei.

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Nach vorläufigen Zahlen reduzierte sich der Umsatz um 17% auf 192 Mio. Euro (Vorjahr: 231 Mio. Euro). Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte einen Wert von 14 Mio. Euro (nach 33 Mio. Euro im Vorjahr).

Entsprechend reduzierte sich das operative Ergebnis von 23 Mio. Euro auf 5 Mio. Euro. Der Hauptgrund für die Verringerung ist der deutlich unter Vorjahr liegende Ethanolpreis, der bislang nicht vom höheren Ölpreis profitieren konnte.

Gekürzte Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Im weiteren Jahresverlauf rechnet das Cropenergies-Management mit einer sukzessiven Verbesserung der Ethanolpreise und Geschäftsergebnisse, während im vergangenen Geschäftsjahr der umgekehrte Trend zu beobachten war.

Das Unternehmen hat insbesondere aufgrund der bisher deutlich unter Vorjahr liegenden Ethanolpreise die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2018/19 nach unten angepasst und erwartet nunmehr einen Umsatz von 810 bis 860 Mio. Euro (zuvor erwartet: 840 bis 900 Mio. Euro) und einen operativen Gewinn von 25 bis 55 Mio. Euro (zuvor: 30 bis 70 Mio. Euro).

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird zwischen 65 und 95 Mio. Euro gesehen nach zuvor 70 bis 110 Mio. Euro. Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Die Cropenergies-Aktie ist nur für Anleger mit starken Nerven geeignet.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.