CropEnergies: Dämpfer nach dem Höhenflug

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Die Aktie von CropEnergies zählte zu den Highflyern des 4. Quartals. Der Start ins neue Börsenjahr verlief allerdings holprig. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Die Aktie von CropEnergies kannte seit einigen Monaten nur eine Richtung – nach oben. Am Montag wurden dann auch noch starke Quartalszahlen vorgelegt. Einige Anleger wollten dem Höhenflug aber doch nicht so recht trauen und bescherten der Aktie ein zweistelliges Tagesminus.

Unternehmensportrait

Die CropEnergies AG ist ein Hersteller von Bioethanol aus Getreide und Zuckerrüben. Als Nebenprodukt von Bioethanol stellt das Unternehmen auch verschiedene Lebens- und Futtermittel her.

Darüber hinaus produziert CropEnergies auch neutralen Alkohol für die Getränke-, Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie sowie für industrielle Anwendungen. Der Unternehmenssitz befindet sich in Mannheim. Hauptanteilseigner des Konzerns ist übrigens die Südzucker AG mit knapp 70%.

Quartalsbericht: Starkes Wachstum

Das letzte Quartal verlief überaus erfolgreich, was am Montag deutlich wurde: So stieg allein im letzten Vierteljahr das EBITDA auf 37,0 Mio. Euro – nach 14,8 Mio. Euro im Vorjahr und das operative Ergebnis konnte sich mit 26,6 Mio. Euro mehr als verfünffachen – nach 5 Mio. Euro im Vorjahreseitraum.

Prognosen wurden bereits im Dezember angehoben

Bereits Mitte Dezember gab das Unternehmen bekannt, dass die Nachfrage nach klimaschonenden Kraftstoffen für einen deutlichen Schub des Optimismus seitens der Unternehmensführung sorgte. Für das bis Ende Februar laufende Geschäftsjahr 2019/2020 wurde die Umsatzprognose von 840 bis 870 Mio. auf rund 900 Mio. Euro angehoben. Der operative Gewinn soll statt 70 bis 90 Mio. nun etwa 100 Mio. Euro erreichen und für das EBITDA wird rund 140 Mio. Euro angestrebt. An dieser Prognose wird zum Wochenauftakt auch nichts geändert.

Sell on good news

Einen Tag nach Vorlage der Zahlen war es mit der guten Stimmung der Anleger jedoch erst einmal vorbei. Der Kurs sackte gestern um -13% ab, ohne dass negative Unternehmensmeldungen vorlagen. Ein typisches „sell on good news“.

Deutliche Aufwärtsbewegung seit Oktober

Trotzdem haben die Aktionäre mittelfristig wenig Grund zum Klagen: Nachdem im vergangenen Jahr über weite Strecken eine Seitwärtsbewegung zu beobachten war, änderte sich das Bild ab dem Herbst schlagartig: Seit Oktober – damals notierte die Akte bei knapp 7 – ging es trotz der gestrigen Kursverluste  um rund 50% nach oben.

Günstige Fundamentalzahlen, aber niedrigere Prognose

Mit einem zu erwartenden KGV im Geschäftsjahr 2020 von rund 14, verbunden mit einer Dividendenrendite von rund 2%, gibt es auch von dieser Seite noch kein Signal, dass ein Ende der bisherigen erfolgreichen Performance bevorsteht. Allerdings rechnen Analysten für das nächste Geschäftsjahr mit weniger Gewinn.

Wie es mit der Aktie weiter geht, wird auch entscheidend davon abhängen, ob diese Prognosen bislang zu niedrig angesetzt sind. Nach der deutlichen Prognoseerhöhung für das laufende Jahr würde ich darauf tippen, dass auch für das nächste Geschäftsjahr noch Luft nach oben existiert. Die nächsten Wochen dürften jedenfalls spannend werden.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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