CTS Eventim: Online-Ticketvermarkter mit schwachen Zahlen aber positivem Ausblick

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Aktie des Ticketspezialisten nach durchwachsenen Zahlen mit Abschlägen. Positiv: Maut-Großauftrag führt zu angehobener Jahresplanung (Foto: red mango / shutterstock.com)

Seit Jahresbeginn ging es mit der CTS Eventim-Aktie steil aufwärts. Die Papiere kletterten immerhin gut 30% nach oben und entwickelten sich damit deutlich besser als der breite deutsche Aktienmarkt (TEC-DAX: 15%; MDAX: 18%; DAX: 13%). Nach den gerade vorgelegten Zahlen kratzt die Aktie des Ticketspezialisten kurzzeitig sogar wieder an ihrem Allzeithoch bevor trotz freundlichen Börsenumfeld der Kurs um 5% absackt.

Die Abgaben dürften auf die gerade präsentierten Ergebnisse zurückzuführen sein. Im aktuellen Zahlenwerk gab es nämlich Licht- und Schattenseiten. Dabei bemängelten die Anleger vor allem die nachlassende Wachstumsdynamik.

Europäischer Marktführer in der Ticketvermarktung

Auch wenn Sie die Firma CTS Eventim noch nicht kennen sollten, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie die Dienstleistung des Konzerns bereits in Anspruch genommen haben. Zumindest wenn Sie gerne Veranstaltung besuchen.

Die CTS Eventim ist nämlich eines der führenden deutschen Unternehmen in der Vermarktung von Tickets für Konzert-, Theater- und Sportveranstaltungen sowie ein Veranstalter von Live-Events. Über die Systeme der Eventim-Gruppe werden jährlich europaweit insgesamt mehr als 250 Mio. Veranstaltungstickets für weit mehr als 200.000 Events vermarktet.

Zur Vermarktung der Tickets nutzt der Konzern ein Netz von europaweit über als 20.000 Vorverkaufsstellen, mehrere Call Centern sowie insbesondere auch Internetplattformen wie www.eventim.de und www.getgo.de. Ende 2012 übernahm die Gesellschaft die Lanxess-Arena in Köln, welche mit rund 20.000 Plätzen eine der größten und erfolgreichsten Veranstaltungshallen weltweit ist.

Der Konzern ist in zahlreichen europäischen Ländern aktiv. Im Segment “Ticketing” ist CTS in Europa Marktführer und im “Live-Entertainment” weltweit die Nummer drei.

Ergebnisrückgang zum Jahresstart

Die just präsentierten vorläufigen Geschäftszahlen haben eine nachlassende Wachstumsdynamik gezeigt. Obwohl die Umsätze im Startquartal um 3% auf 282,7 Millionen Euro anzogen, sackte das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 42,5 Millionen Euro in den Keller. Das entspricht einem Rückgang um 7% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die EBIT-Marge verschlechterte sich damit um 1,61 Prozentpunkte auf 15,03%.

Beide Geschäftsbereiche mit Zuwächsen

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres verzeichneten beide Geschäftsbereiche leichte Zuwächse. Der Bereich Ticketing stand für 36% der Gesamterlöse und fuhr Erlöse in Höhe von 104,5 Millionen Euro (+2,6%) ein. Das war beachtlich, denn im Berichtszeitraum gab es weniger Großtourneen mit hochpreisigen Tickets. Insgesamt verkaufte die Bremer Firma 12,7 Millionen Tickets über ihren eigenen Webshop und damit 4,3% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Auch im Geschäftsbereich „Live Entertainment“ erzielte CTS einen Zuwachs. Insgesamt gingen dort 182,2 Millionen Euro und damit 4,1% mehr an Umsatz durch die Bücher als im Vorjahresquartal.

Dass unter dem Strich trotzdem das operative Ergebnis (EBIT) sank, lag vor allem an der erhöhten Kostenbasis. Sie müssen wissen: Während sich Vertriebsaufwendungen auf 25 Millionen Euro (+14%) erhöhten, kletterten die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um die gleiche Rate auf 18 Millionen Euro in die Höhe.

Jahresprognose wegen Mautauftrag nach oben geschraubt

Es gab aber auch Lichtblicke. So ist der Ticketvermarkter und Konzertveranstalter für den weiteren Jahresverlauf positiv gestimmt und hat seine Jahresprognose nach oben angepasst. Statt wie bislang ein Umsatz- und Ergebniswachstum im hohen einstelligen Bereich peilen die Bremer jetzt einen Anstieg im unteren zweistelligen Prozentbereich an.

Der Grund liegt vor allem in einem Großauftrag. CTS Eventim hatte den Zuschlag für die Eintreibung der Maut zusammen mit der österreichischen Kapsch TraffiCom AG erhalten. Die Infrastrukturabgabe wird von Herbst 2020 an fällig. Die Mautgesellschaft, an der beide Unternehmen jeweils 50% halten, werde bei CTS nur anteilig in die Bilanz einbezogen.

Konsensus-Kursziel beinahe erreicht

Die Analysten sind unterdessen zwar mehrheitlich positiv gestimmt (Von 9 Analysten nur eine Halte- und eine Verkaufsempfehlung), aber das durchschnittliche Kursziel von 46,1 Euro ist nach der jüngsten Kursrally und einem aktuellen Kurs von 43,12 Euro so gut wie erreicht. Auf Basis der Gewinnschätzungen wird die Aktie momentan mit rund dem 30-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet.

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CTS-Eventim-Aktie nimmt Fahrt aufDie Aktie von CTS Eventim war zuletzt im Aufwind. Gelingt der Sprung über die 200-Tage-Linie, rücken neue Allzeithochs in greifbare Nähe. › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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