CTS Eventim: Online-Ticketvermarkter stellt Geduld der Anleger auf die Probe

CTS Eventim Symbolbild Mann mit Ticket_shutterstock_461526370_red mango

Die Pandemie sorgt beim Ticketvermarkter CTS Eventim für einen Umsatzeinbruch im dritten Quartal. Aber die Impfstoffentwicklung sendet ersten Hoffnungsschimmer. (Foto: red mango / shutterstock.com)

Die positiven Nachrichten zu den Impfstoffentwicklungen haben zuletzt auch den Kurs der CTS Eventim-Aktie deutlich nach oben getrieben. Kein Wunder – gilt doch das Unternehmen mit seinem Fokus auf Live-Veranstaltungen als einer der Hauptleidtragenden der aktuellen Corona-Pandemie. Keine Veranstaltungen – kein Umsatz. Wie stark die Auswirkungen sind, machen die gerade vorgelegten Quartalen eindrucksvoll klar. Faktisch ist dem Ticketvermarkter zuletzt nahezu das komplette Geschäft weggebrochen.

Die Hoffnung, dass sich mit einer raschen Durchimpfung von großen Bevölkerungsteilen auch das Veranstaltungsgeschäft wieder belebt, sorgte aber vorübergehend für einen Silberstreif am Horizont.

Europäischer Marktführer in der Ticketvermarktung

Auch wenn Sie die Firma CTS Eventim noch nicht kennen sollten, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie die Dienstleistung des Konzerns bereits in Anspruch genommen haben. Zumindest wenn Sie gerne Veranstaltung besuchen.

Die CTS Eventim ist nämlich eines der führenden deutschen Unternehmen in der Vermarktung von Tickets für Konzert-, Theater- und Sportveranstaltungen sowie ein Veranstalter von Live-Events. Über die Systeme der Eventim-Gruppe werden jährlich europaweit insgesamt mehr als 250 Mio. Veranstaltungstickets für weit mehr als 200.000 Events vermarktet. Zur Vermarktung der Tickets nutzt der Konzern ein Netz von europaweit über als 20.000 Vorverkaufsstellen, mehrere Call Centern sowie insbesondere auch Internetplattformen wie www.eventim.de und www.getgo.de. Ende 2012 übernahm die Gesellschaft die Lanxess-Arena in Köln, welche mit rund 20.000 Plätzen eine der größten und erfolgreichsten Veranstaltungshallen weltweit ist.

Der Konzern ist in zahlreichen europäischen Ländern aktiv. Im Segment “Ticketing” ist CTS in Europa Marktführer und im “Live-Entertainment” weltweit die Nummer drei.

Die Geduld der Anleger wird strapaziert

Jahrelang lief der Konzern in der Erfolgsspur. Allein von 2012 bis 2019 kletterten die Jahreserlöse von 520,3 auf 1,44 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Gewinn von 56,3 auf 132,9 Millionen Euro. Doch mit der Pandemie wird die Geduld der erfolgsverwöhnten Anleger auf eine harte Probe gestellt: Aufgrund der staatlich verordneten Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie Veranstaltungsverbote bricht dem Konzertveranstalter und Ticketvermarkter zusehends das Geschäftsmodell weg.

Pandemie legt Geschäft fast komplett lahm

Obwohl in den Sommermonaten vorübergehend die Auflagen gelockert wurden, waren die Auswirkungen in Summe im dritten Quartal massiv spürbar. Der Umsatz schmolz von Juli bis September um 92% auf nur noch 30 Millionen Euro sprichwörtlich zusammen wie das Eis in der Sonne. Damit setzt sich die schwierige Entwicklung weiter fort. Im ersten Halbjahr sackten die Erlöse bereits auf 199 Millionen Euro in den Keller (-71%).

Die desaströse operative Entwicklung zeigt sich entsprechend auch in der Gewinnentwicklung: Nach einem operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 51 Millionen Euro im Vorjahresquartal, musste CTS Eventim nun einen Verlust von 30 Millionen Euro ausweisen. Unter dem Strich lag der Verlust auf Grund einer Steuergutschrift bei 23 Millionen Euro (Vorjahr: 28 Millionen Euro Gewinn).

Vorstand setzt Prognose aus

Vor dem Hintergrund der unsicheren Pandemieentwicklung verzichtet der Vorstand, vollkommen verständlich, auf eine Jahresprognose. Im Quartalsbericht stimmte das Management die Anleger lediglich auf einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang ein. Das dürfte nach den Zahlen der ersten neun Monaten wohl keinen überraschen.

CTS Eventim Symbolbild Mann mit Ticket_shutterstock_461526370_red mango

CTS Eventim: Ticketspezialist bringt „Österreich-Deal“ in trockene TücherCTS Eventim: Ticketvermarkter baut mit Barracuda-Deal Marktposition in Österreich deutlich aus. Online-Boom sorgt weiter für kräftigen Rückenwind › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz