CTS Eventim – wie lange dauert die Schwächephase?

Die Aktie des Ticketvermarkters CTS Eventim musste zuletzt einen Rücksetzer hinnehmen. Das steckt dahinter. (Foto: red mango / shutterstock.com)

Stellen Sie sich vor, es ist Sommer, das Wetter ist prächtig, zahlreiche Festivals locken, aber fast niemand geht hin. Das ist in etwa die Ausgangslage, die derzeit die Performance der CTS Eventim-Aktie beeinflusst. Zuletzt gab es deutliche Kursabschläge und die Anleger wenden sich von der einst erfolgreichen Aktie des Ticketvermarkters ab. Doch die Panik der Anleger scheint verfrüht.

Kurzportrait

Die CTS Eventim AG – mit Sitz in Bremen – ist eines der führenden deutschen Unternehmen in der Vermarktung von Tickets für Konzert-, Theater- und Sportveranstaltungen sowie ein Veranstalter von Live-Events. CTS Eventim verkauft jährlich über 100 Mio. Tickets, vor allem dank seiner Internet-Ticket-Portale.

Gute Quartalszahlen

Die im Mai vorgelegten Zahlen des 1. Vierteljahres sorgten noch für Optimismus: Es gab es einen Wachstumsschub um rund ein Drittel auf 274,5 Mio. Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) stieg um mehr als ein Fünftel auf 55,4 Mio. Euro. Damit wurden die Markterwartungen übertroffen und man nahm positiv zur Kenntnis, dass die Konzerttourneen für volle Kassen sorgten und eine schwungvolle Entwicklung des Online-Shops zu erkennen war.

Auch der Expansionskurs beispielsweise mit der Akquise des spanischen Konzert- und Festival-Veranstalters Doctor Music wurde positiv bewertet – CTS Eventim ist nunmehr in 10 Ländern vertreten – weitere sollen folgen.

Zuletzt schwache Nachrichtenlage

Allerdings machte sich zuletzt Ernüchterung breit: Die diesjährige Festival-Saison verläuft bislang enttäuschend. So mussten die größten deutschen Festivals einen Rückgang von rund 40 000 Besuchern verkraften, was umgerechnet rund 10 Mio. Euro weniger Umsatz und 5,5 Mio. Euro weniger Gewinn bedeutet.

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Die jüngste Absage des Ed Sheeran Konzerts in Düsseldorf dürfte CTS Eventim zudem 2 bis 3 Mio. Euro gekostet haben, so rechnen Marktbeobachter vor und begründen damit die jüngste Talfahrt an der Börse. Auch auf die eher verhaltenen Prognosen der Konsumausgaben werden zur Begründung gereicht.

Internationalisierung könnte negativen Einfluss dämpfen

Doch dabei ist das Unternehmen nicht nur von Deutschland abhängig. Aus diesem Grund ist es durchaus möglich, dass die hiesige Entwicklung von den anderen Ländern, in denen CTS Eventim ansässig ist, durchaus kompensiert werden kann.

Bislang wurde die Prognose des Konzerns noch nicht nach unten angepasst. So wurde für das Gesamtjahr anlässlich der Bilanzpressekonferenz im Mai festgestellt, dass dank publikumsstarker Tourneen und der dynamischen Entwicklung des Webshops der Konzern gut positioniert sei, um auch künftig international zu wachsen. Dabei sollen sich Umsatz und das normalisierte EBITDA in diesem Jahr erneut verbessern. Weitere Informationen werden Mitte des nächsten Monats erfolgen, dann stehen die Halbjahreszahlen auf der Agenda.

Charttechnik angeschlagen

Seitens der Charttechnik wirkt der Wert jetzt allerdings angeschlagen. Nach den Höchstständen vom Juni bei knapp 44 Euro ging es kontinuierlich nach unten. Bei Kursen von rund 37 Euro befindet sich jedoch eine nachhaltige Unterstützungslinie. Diese sollte halten, sonst drohen weitere Abgaben.

Bei der Aktie von CTS Eventim drängt sich der Einstieg aktuell zwar nicht unbedingt auf. Sollte der Wert aber einen Boden ausbilden, könnte sich dies als langfristig günstige Einstiegsgelegenheit erweisen. Es kommen schließlich auch wieder bessere Festival-Saisons.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.