CureVac: Immer noch kein Schnäppchen

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Das deutsche Biotech-Unternehmen gilt als Hoffnungsträger im Kampf gegen das Coronavirus. Diese Hoffnung kann allerdings auch platzen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Seit einer Ewigkeit wurde in Deutschland keinem Börsengang mehr so entgegen gefiebert wie dem von CureVac. Das deutsche Biotech-Unternehmen hat mit seinem COVID-19-Impfstoff schon für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt.

In der ersten Euphorie kletterte die Aktie auf 80 Euro. Damit wäre das Unternehmen mit knapp 500 Mitarbeitern vom Börsenwert her sogar ein Kandidat für den DAX. Bei solchen Bewertungen ist eine gesunde Portion Skepsis angebracht.

Euphorie für die Aktie ebbte schnell ab

Doch die Euphorie um CureVac hielt nicht lange an. Schon am dritten Handelstag legte die Aktie den Rückwärtsgang ein und verbuchte zwei Mal in Folge Tagesverluste im zweistelligen Prozentbereich. Inzwischen ist der Kurs auf 50 Euro zurückgekommen. So manche Anleger werden ihren vorschnellen Einstieg inzwischen bereut haben.

Börsenwert von 9 Mrd. Euro ist ambitioniert

Ein Schnäppchen ist die Aktie jedoch noch lange nicht. Aktuell bringt es das Unternehmen auf einen Börsenwert von rund 9 Mrd. Euro. Da stecken einige Vorschusslorbeeren im Kurs.

Der aktuelle Kurs liegt bei mehr als dem Vierfachen des Emissionspreises – der allerdings aus meiner Sicht auch auf einem nicht nachvollziehbar niedrigen Niveau angesetzt wurde. Hier hätte CureVac erheblich mehr Geld beim Börsengang einnehmen können, was man sicherlich hätte gut gebrauchen können, um die Studien voranzutreiben und Produktionskapazitäten aufzubauen.

Die Statistik spricht gegen eine Zulassung

Viele Anleger scheinen von einer Zulassung des CureVac-Impfstoffes überzeugt zu sein bzw. gehen zumindest davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist. Doch die Statistik spricht hier leider eine andere Sprache: 90% aller Impfstoffe scheitern in der 3. Phase der klinischen Studien.

Spekulatives Investment

Bei allen Chancen, die eine Zulassung des COVID-19-Impfstoffs bietet, muss daher unbedingt auch das Risiko gesehen – und entsprechend gewürdigt werden.

Anleger, die in die CureVac-Aktie investieren möchten oder bereits investiert sind, sollten sich daher die Frage stellen: Was passiert, wenn der COVID-19-Impfstoff in den Studien scheitert?

In diesem Fall bleiben dem Unternehmen gerade einmal 3 Projekte in einer frühen Phase der klinischen Studien übrig: Ein Impfstoff-Kandidat gegen Tollwut sowie zwei Krebsimmuntherapien. Und es besteht wohl kein Zweifel daran, dass diese den aktuellen Börsenwert von 9 Mrd. Euro nicht einmal ansatzweise stemmen könnten.

Daher gefällt mir auch das Chance/Risiko-Verhältnis bei CureVac nicht – selbst auf dem ermäßigten Kursniveau. Natürlich kann die Spekulation auf die Zulassung gut gehen und hohe Gewinne einbringen. Aber die Wahrscheinlichkeit für ein Scheitern ist hoch – weitaus höher als es der aktuelle Kurs der Aktie widerspiegelt. Und das macht die gefeierte CureVac-Aktie leider zu einem recht spekulativen Investment. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der die Aktie kauft.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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