CVS-Aktie: Pharmakette heizt Fusionswelle mit Milliardenofferte an

CVS-Aktie: Pharmakette kauft Versicherung. Amazon-Angriff abgewehrt. Warum der Milliarden-Deal positiv für Kunden sein könnte (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

In den USA bahnt sich eine der größten Fusionen in der Gesundheitsbranche an. Bereits weit Wochen wurde über einen Zusammenschluss spekuliert. Jetzt ist es amtlich. Die US-Drogerie- und Apothekenkette CVS Health legt eine Übernahmeofferte für den Krankenversicherer Aetna auf den Tisch – Kostenpunkt immerhin 69 Milliarden Dollar.

Die Gründe für den Mega-Deal liegen auf der Hand. CVS will die Abhängigkeit vom Einzelhandel verringern und sein Geschäft spürbar breiter aufstellen. In einer ersten Reaktion verloren die CVS-Aktien gut 3%, während die Papiere des Versicherers Aetna um knapp 4% zulegen konnten.

CVS nimmt kräftigen Schluck aus der Pulle

Die Aktionäre von Aetna sollen 207 Dollar pro Aktie erhalten, wovon 145 Dollar in bar und 62 Dollar in CVS-Aktien bezahlt werden sollen. Das entspricht einer Prämie von rund 30% auf den Schlusskurs Ende Oktober. Einschließlich der übernommenen Schulden beläuft sich der Gesamtwert des Deals auf beeindruckende 77 Milliarden Dollar. Nach dem Zusammenschluss halten die Aetna-Anleger rund 22% des neuen Gemeinschaftsunternehmens.

Durch den Deal steigt vor allem die Verschuldung des Konzerns. Für die Transaktion pumpt sich CVS 49 Milliarden Dollar, um den Zukauf zu finanzieren. Für Sie zur Information: Stand heute sitzt die amerikanische Apothekenkette bereits auf Verbindlichkeiten von mehr als 20 Milliarden Dollar.

Abhängigkeit vom Einzelhandel könnte sich deutlich reduzieren

Dabei soll der Zusammenschluss vor allem die steigenden Gesundheitsausgaben abfedern. Die rund 9700 Filialen und etwa 1100 Ambulanzen zählende Kette will Kunden Medikamente, Versicherungsschutz und Erstversorgung aus einer Hand bieten. Mit Aetna würde sich CVS den ältesten Krankenversicherer des Landes mit über 22 Millionen Versicherten einverleiben. Der Deal dürfte aber auch die Position gegenüber Arzneimittelherstellern deutlich verbessern. Denn neben seinen Apotheken betreibt CVS auch einen Geschäftsbereich, der mit den Pharmakonzernen über die Preise verhandelt.

Zusätzlich dürfte auch die Sorge vor einem Markteintritt Amazons in das Pharmageschäft den Deal befeuert haben. Spekulationen zufolge steht der Schritt von Amazon kurz bevor. Laut US-Medien soll der Konzern bereits Gespräche mit Generikaherstellern geführt haben.

Neuer Gigant in der Gesundheitsbranche

Mit dem Zusammenschluss entsteht ein neuer Riese in der Gesundheitsbranche. CVS kam im vergangenen Geschäftsjahr immerhin auf einen Jahresumsatz von 177 Milliarden Dollar und einen Gewinn in Höhe von 5,31 Milliarden Dollar. Der Krankenversicherer Aetna erzielte bei 63,15 Milliarden Umsatz einen Nettogewinn von 2,27 Milliarden Dollar. Allerdings wird auch im Versicherungsmarkt mit harten Bandagen gekämpft. Auf Grund steigender Kosten suchen die Firmen seit geraumer Zeit ihr Heil in Übernahmen und Zusammenschlüssen.

Dabei gingen aber nicht alle Deals durch. Erst im Januar 2017 musste Aetna wegen Bedenken der US-Kartellwächter die milliardenschwere Übernahme des Rivalen Humana abblasen. Wenige Wochen später war auch der geplante Milliardenkauf des Krankenversicherers Cigna durch den größeren Konkurrenten Anthem wegen kartellrechtlicher Verstöße gerichtlich untersagt worden.

Zustimmung der Behörde steht noch aus

Ob die Wettbewerbshüter dem Deal von CVS und Aetna zustimmen, muss erst noch abgewartet werden. Zumindest stehen die Chancen höher als bei den zuletzt abgeblasenen Deals. Denn dieses Mal handelt es sich um einen vertikalen Zusammenschluss und nicht um den Kauf eines Wettbewerbers. Das Ergebnis könnten daher sogar niedrigere Versicherungsbeiträge sein, wodurch der Deal sogar vorteilhaft für die Kunden wäre.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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