Cybersecurity: Finanzinvestoren bieten 16 Mrd. US-Dollar für Symantec

Kurse Laptop – shutterstock_532873330 phongphan

Zwei Finanzinvestoren sind an einer Übernahme der Privatkundensparte des Internet-Sicherheitssoftware-Anbieters Symantec interessiert. Erst vor einem Monat hatte Symantec eine Übernahmevereinbarung mit Broadcom abgeschlossen, in der es um den Verkauf der Firmenkundensparte ging. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Der US-Sicherheitssoftware-Hersteller Symantec ist momentan eindeutig das heißeste Eisen auf dem Übernahmemarkt: Nur einen Monat nachdem sich Symantec mit Broadcom über den Verkauf seines Firmenkundengeschäfts geeinigt hat, stehen schon die nächsten Interessenten vor der Tür. Die Finanzinvestoren Advent und Permira wollen Symantec für stolze 16 Mrd. USD übernehmen. Zum Börsenschluss am vergangenen Donnerstag lag Symantec bei einer Marktkapitalisierung von 14,51 Mrd. USD.

Angebot mit moderater Prämie

Advent und Permira sollen laut gut informierten Kreisen bereit sein, den Symantec-Anteilseignern für das lukrative Privatkundengeschäft des Unternehmens zwischen 26 und 27 USD für jede Aktie zu zahlen. Damit liegt das Angebotsmittel von 26,50 USD leicht über dem höchsten Kurs (26,07 USD), den die Symantec-Aktie im Laufe des letzten Jahres erreichen konnten.

Symantec-Aktie macht Kurssprung

Nach Bekanntwerden des Übernahmeinteresses am vergangenen Freitag stieg die Nachfrage nach der Symantec-Aktie stark an. Das Papier verzeichnete im Tagesverlauf ein Plus von knapp +10%. Beim Erklingen der Schlussglocke lag der Kurs der Symantec-Aktien an der New Yorker Börse jedoch nur noch bei 24,52 USD, was ein Tagesgewinn von +4,6% bedeutete.

Noch viele Unsicherheiten

Dass der Schlusskurs deutlich unterhalb der unteren Angebotsspanne blieb, liegt zu einem großen Teil an den großen Unsicherheiten, die mit dem vermeintlichen Übernahmeangebot verbunden sind. Denn keine der beteiligten Unternehmen wollte die im Wall Street Journal (WSJ) verbreitet „Nachricht aus Insiderkreisen“ bestätigen.

Kurse Laptop – shutterstock_532873330 phongphan

Gespräche abgebrochen: Symantec-Übernahme durch Broadcom liegt auf EisObwohl die BRaodcom-Symantec-Gespräche auf Eis liegen, ist die Symantec-Aktie nach dem scharfen Kursrücksetzer durchaus einen genaueren Blick wert.  › mehr lesen

Laut WSJ soll auch der erst vor einem Monat zwischen Symantec und Broadcom vereinbarte Verkauf des Firmenkundengeschäfts nicht durch das neue Angebot der Finanzinvestoren gefährdet werden. Es bleiben jedoch einige offene Fragen, die die Investoren verunsichern. So ist noch unklar, ob die Deals – wenn sie denn zustande kommen – parallel bzw. hintereinander abgewickelt werden.

Offen ist auch, wie hoch das konkrete Angebot der Finanzinvestoren ausfallen wird. Bisher ist ja nur eine Preisspanne bekannt geworden. Da Broadcom schon 10,7 Mrd. USD für das relativ unbedeutende Finanzkundengeschäft von Symantec zahlen will, ist offen, ob das 16-Milliarden-Angebot der Finanzinvestoren für die lukrative Privatkundensparte auch hoch genug sein wird. Hier ist möglicherweise noch „Luft nach Oben“.

Symantec kriselt

Der US-Cybersecurity-Spezialist befindet sich wirtschaftlich gesehen schon seit einigen Jahren in schlechtem Fahrwasser. Stark rückläufige Umsätze – 2015 machte der Konzern einen Umsatz von 6,5 Mrd. USD, in 2016 waren es wegen des Verkaufs von Unternehmensbestandteilen nur noch 3,6 Mrd. USD – und auch Ungereimtheiten aus der Vorstandsetage sorgen nicht gerade für positive Nachrichten.

Anfang Mai trat der CEO von Symantec, Greg Clark, von heute auf morgen von seinem Posten zurück. Es konnte zwar mit Richard Hill schnell ein Interims-CEO gefunden werden, aber bis heute konnte der wichtige Posten immer noch nicht neu besetzt werden.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.