Cybersecurity: US-Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo übernimmt britische Sophos-Gruppe für 3,1 Mrd. GBP

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Nach den Übernahmeangeboten für Symantec steht jetzt auch der britische Cybersecurity-Spezialist Sophos kurz vor einer Übernahme. Die US-Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo bietet den Sophos-Aktionären insgesamt rund 3 Mrd. britische Pfund in bar an. (Foto: spatulatail / shutterstock.com)

Am heutigen Morgen gaben die Aufsichtsräte der Surf Buyer Limited – einer hundertprozentigen Tochter der US-Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo – und der britischen Cybersecurity-Gruppe Sophos plc. bekannt, dass sie sich auf ein Übernahmeangebot geeinigt haben. Für den Kauf der britischen Sophos-Gruppe wollen die Finanzinvestoren aus den USA inklusive Schulden stolze 3,1 Mrd. britische Pfund (GBP) zahlen.

Das Angebot im Detail

Konkret bietet Thoma Bravo den Sophos-Aktionären 5,83 GBP (7,40 USD bzw. 6,66 EUR) in bar für jede ausstehende Aktie. Das Angebot beinhaltet somit eine satte Prämie von +37% auf den freitäglichen Schlusskurs der Sophos-Papiere von 4,255 GBP. Bezogen auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der Sophos-Aktien innerhalb der letzten sechs Monate fällt die Prämie mit +45,6% sogar noch deutlich höher aus.

Märkte reagieren positiv

Nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots schossen die Aktien der Sophos-Gruppe in die Höhe. Der Kurs an der London Stock Exchange stieg am heutigen Vormittag um stolze +40% auf 5,80 GBP.

Die Investoren sind also von dem großzügigen Angebot aus den Vereinigten Staaten überzeugt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn in den letzten Monaten haben sich die Sophos-Papiere nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Der Kurs stürzte nach Gewinnwarnungen im vergangenen November und erneut im Januar ein. Seitdem konnten sich die Sophos-Aktien nur leicht erholen.

Zustandekommen des Deals ist sehr wahrscheinlich

Dass der Übernahmedeal zustande kommen wird, gilt nicht nur aufgrund der positiven Reaktionen an den Börsen als höchst wahrscheinlich. Denn schon vor Bekanntgabe des Übernahmeangebots hat sich Thoma Bravo zahlreiche verbindliche Zusagen von Großaktionären und den Sophos-Direktoren eingeholt, die insgesamt 27,2% der im Umlauf befindlichen Sophos-Papiere besitzen.

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Thoma Bravo setzt auf Cybersecurity

Die im kalifornischen San Franzisko ansässige Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo ist auf die Übernahme von Software- und Technologieunternehmen spezialisiert. In den letzten 20 Jahren hat der Finanzinvestor mehr als 200 Unternehmen aus diesen Bereichen akquiriert und dafür mehr als 50 Mrd. USD ausgegeben.

Mit dem Kauf der im englischen Oxfordshire ansässigen Sophos-Gruppe wollen die Amerikaner ihr Engagement im wachsenden Cybersecuritymarkt weiter ausbauen. “Der globale Cybersecuritymarkt entwickelt sich rasant, getrieben von bedeutenden technologischen Innovationen, da Cyberbedrohungen für Unternehmen an Umfang und Komplexität zunehmen”, so Seth Boro, Managing Partner bei Thoma Bravo.

Sophos soll privatisiert werden

Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen rechnet Thoma Bravo damit, den Übernahme-Deal bis zum ersten Quartal 2020 abschließen zu können. Danach soll Sophos von der Börse genommen werden.

Kommt der Deal zustande, wovon auszugehen ist, würde das ein schnelles Verschwinden der Sophos-Aktien von den öffentlichen Märkten bedeuten. Denn das Unternehmen wurde erst Mitte 2015 in einem der spektakulärsten Börsengänge des britischen Technologiesektors an der Börse platziert.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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