Da geht zusammen, was zusammengehört

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Die Fusion von Blue Cap und PartnerFonds macht durchaus Sinn. Denn Größe ist bei Beteili-gungsgesellschaften ein relevanter Faktor. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Dass zwei Beteiligungsgesellschaften fusionieren, kommt eher selten vor. Um so größer war die Überraschung, als heute früh bekannt gegeben wurde, dass die im Scale des Frankfurter Freiverkehrs notierte Blue Cap AG mit der nicht börsennotierten PartnerFonds AG zusammengeht.

Zu diesem Zweck wird zunächst eine Tochter der PartnerFonds AG ein Aktienpaket von 1,75 Mio. Stück Aktien der Blue Cap AG übernehmen. Verkäufer der Aktien ist die Southern Blue Beteiligungsgesellschaft des Gründers und bisherigen Hauptaktionärs der Blue Cap, Dr. Hannspeter Schubert. Dieser wird sich anschließend an der PartnerFonds AG beteiligen, wo er zum größten Einzelaktionär aufsteigen wird.

Opportunistische Beteiligungskonzepte

Die beiden Münchener Beteiligungsgesellschaften haben einen ähnlichen Beteiligungsansatz. Die 2006 gegründete Blue Cap übernimmt bevorzugt mittelständische Produktionsunternehmen mit Umsätzen zwischen 10 und 100 Mio. Euro. Die Übernahme-Targets können sich in einer Umbruchsituation befinden, sollten aber über ein intaktes Kerngeschäft verfügen. Die PartnerFonds AG beteiligt sich an industriell geprägte Mittelständler mit Umsätzen zwischen 10 und 50 Mio. Euro und klarem Wachstumspotenzial.

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Während sich im Beteiligungsportefeuille von Blue Cap derzeit Unternehmen aus den Branchen Klebstoff- und Beschichtungstechnik, Produktionstechnik sowie Medizintechnik wiederfinden, werden von PartnerFonds technologiegetriebene Unternehmen aus den Bereichen Automatisierung, Fertigung, Energie, Handel, Information, Logistik, Messung, Transport, Umwelt und Verkehr bevorzugt. Abgesehen davon sind beide Beteiligungsgesellschaften branchenunabhängig aufgestellt.

Beide bevorzugen einen langfristigen Beteiligungsansatz – auch im Sinne einer Buy-and-Build-Strategie. Überdies sind beide ausschließlich im deutschsprachigen Raum tätig. Geleitet wird die fusionierte Gesellschaft fürs erste von Blue Cap-Vorstand Dr. Schubert, der jedoch mittelfristig in den Aufsichtsrat wechseln wird.

Ideal für beide Gesellschaften

Mit dem Zusammenschluss lösen beide Beteiligungsgesellschaften ihre dringlichsten Probleme: Auf der einen Seite ist Blue Cap inzwischen in eine Größenordnung eingedrungen, in der weiteres organisches Wachstum nicht länger uneingeschränkt und ohne Einschaltung des Kapitalmarktes möglich ist. Auf der anderen Seite eröffnet die Fusion den über 4.000 Aktionären der PartnerFonds AG den Zugang zu direkten Unternehmensbeteiligungen und macht deren Aktien zu einem liquiden Asset. Kurzum: Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligte.


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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.