Da ist viel drin!

Handelsstreit hier, Handelsstreit da! Auf was Sie achten müssen und wohin das führen kann, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Deutsche Börse AG)

Das war keine gute Woche für die Aktienmärkte! Die Zuspitzung im Handelskrieg sorgte weltweit für fallende Kurse. Die Frage ist, wer lenkt in Sachen Strafzölle ein? Aktuell sind die Fronten sehr verhärtet und Strafzölle auf der einen Seite werden mit neuen Strafzöllen auf der anderen Seite beantwortet.

So kann es nicht weitergehen, das werden die Politiker auch wissen! Einer wird nachgeben müssen, um eine Einigung zu erzielen. Weil die aktuellen Zölle auf Importwaren leicht zu Ungunsten der USA ausfallen, wird es wohl darauf hinauslaufen, dass die EU und China hier einlenken müssen.

Ich gehe davon aus, dass eine Einigung erzielt wird, weil es immer eine Einigung gab! Damit würden zwar gewisse Waren zum Ist-Stand benachteiligt, aber es wird bei weitem keine so dramatische Auswirkung haben, wie das aktuell befürchtet wird.

Gehen Sie davon aus, dass die Unsicherheit am Aktienmarkt bis zu diesem Zeitpunkt anhalten wird und halten Sie sich bis dahin raus!

Analysieren wir zunächst denkurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Kurzfristiger Abwärtstrend

Der DAX-Index konnte seit Ende Mai eine gewisse Stabilisierungsphase zwischen den Marken von 12.600 und 12.900 Punkten vollziehen (Bereich zwischen grünen Linien). Am 14. Juni war dann die EZB-Zinsentscheidung.

Die Ankündigung, dass sie die Zinsen bis mindestens Ende Sommer 2019 nicht anheben werde, wurde vom Markt sehr positiv aufgenommen. Der DAX-Index nahm den Widerstand bei 12.900 Punkten und startete durch bis 13.200 Punkte.

Dann kam der verbale Handelskrieg

Der US-Präsident twitterte wieder durch die Welt und kündigte hohe Strafzölle gegen China und 20% Zoll auf deutsche Automobile an. Die Chinesen feuerten zurück und drohten ebenfalls mit neuen Strafzöllen.

Dieses Hin und Her verunsicherte die Aktienmärkte zunehmend, denn niemand weiß so recht, wo das hinführen wird.

In der Spitze bis zu -1.100 Punkte fiel der DAX-Index vom 18. Juni bis zum 26. Juni.

Erst an der 12.100er Marke konnte der Fall gestoppt werden und eine gewisse Beruhigung einsetzen. Rein charttechnisch befolgt der DAX aktuell einen schmalen und steilen Abwärtstrend (roter Trendkanal).

Innerhalb dieses Trendkanals knabbert er heute an der oberen Begrenzung. Sollte der DAX-Index darübersteigen, dann wäre dieser Trendkanal zunächst einmal beendet. Dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden, denn dazu müsste der Index zunächst in die ehemalige Stabilisierungszone vorstoßen. Diese liegt aber zwischen 12.600 und 12.900 Punkten und ist noch ein gutes Stück entfernt.

Dies kann nur gelingen, wenn die Politik sich in Sachen Strafzölle einigt.

Sollte tatsächlich eine Einigung erzielt werden, dann wären die aktuellen Kursniveaus klare Kaufkurse!

Also achten Sie besonders auf die Nachrichten!

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Betrachten wir das mittelfristige 1-Jahresschartbild vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

11.900 muss halten!

Ich habe Ihnen im 1-Jahres-Chartbild die wichtige Unterstützung bei 11.900 Punkten eingezeichnet (grüne Linie). Sie hat eine vergleichsweise feste Unterstützungswirkung. Dafür sorgen die zwei langen Bodenbildungsformationen in der Gegend von 11.900 Punkten mit langen Zick-Zack-Phasen (schwarze Ellipsen). Das ist schon eine charttechnisch gut zementierte Unterstützung, die nicht so einfach durchbrochen werden sollte.

Achten Sie also genau auf diese Zone um 11.900 Punkte!

Nach oben muss die 12.600 (blaue Linie) überwunden werden. Diese Marke passt auch in das oben besprochene kurzfristige Chartbild.

Fazit mittelfristig: Achten Sie auf die 11.900er Marke unten und die 12.600er Marke oben. Solange keine dieser beiden Marken gefallen ist, sollten Sie an der Seitenlinie verharren und das Geschehen beobachten!

Werfen wir abschließend einen Blick in den langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

 

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Langfristtrend völlig intakt!

Aus langfristiger Perspektive ist die Börsenwelt immer noch vollkommen entspannt. Der übergeordnete Bullentrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt.

Wiederholungsmuster

Im Chartbild sind 3 Muster von jeweils etwa 2 ½- jährigen Haussephasen erkennbar (schwarze Zick-Zack-Linien). Bei allen Drei konsolidierte der DAX-Index nach der Anstiegsphase seitwärts und markierte jeweils 3 Hochpunkte, bevor er auf seine Unterstützung aufsetzte (grüne Linien).

An so einem Punkt sind wir aktuell auch angelangt. Sie sehen 2011 einen anschließenden scharfen Absturz und 2015 einen anschließenden steilen Anstieg. Wie also wird sich der DAX-Index in 2018 verhalten?

Diese Glaskugel habe ich leider nicht, aber es gibt jeweils Umfeldparameter, die verglichen werden können. In 2011 waren die Zinsen hoch! In 2015 waren die Zinsen tief! Aktuell sind die Zinsen tief! Das würde für eine Bewegung ähnlich 2015 sprechen und dem DAX-Index Potenzial bis zur oberen Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrendkanals geben (obere blaue Linie).

Natürlich reicht das nicht alleine aus, um Impulse zu geben. Eine Einigung im Handelsstreit könnte da schon eher helfen.

Mein Rat: Bleiben Sie außen vor, solange nicht eine der beiden Marken (12.600 oder 11.900) gefallen ist. Achten Sie auf die Nachrichten in Sachen Handelsstreit!


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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!