Da kommt was auf Sie zu: Zwangsversteigerung – Fakten und Mythen (Teil 1)

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»Zwangsversteigerung«: Allein das Wort schon lässt Immobilienbesitzern das Blut in den Adern gefrieren. Schlimm genug. Noch schlimmer, dass Städte und Kommunen, da chronisch »klamm«, immer öfter und geradezu exzessiv das Mittel der Zwangsversteigerung nutzen, um sich die Kassen zu füllen. Diese Beitragsreihe beleuchtet einige vielversprechende Abwehrstrategien, um diese tödliche Gefahr zu bannen. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Einer der ganz wenigen Nachteile, den Immobilien an sich haben: Sie sind wortwörtlich »immobil«. Unbeweglich also. Als Besitzer Sie können Sie Ihr Betongold nicht einfach so in die Tasche stecken und vor Fremdzugriff in Sicherheit bringen wie einen normalen Goldklumpen.

Wegen dieses »Schwachpunkts« werden Immobilien in letzter Zeit verstärkt Ziel des gesetzlich legalisierten Fremdzugriffs, auch unter dem Schreckensbegriff »Zwangsversteigerung« bekannt.

Deshalb möchte ich in dieser kleinen Beitragsreihe ein paar Fakten, aber auch Mythen rund um dieses abstoßende Thema aufgreifen. Denn leider Gottes ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht mal so gering, dass Sie persönlich damit konfrontiert werden, und zwar in der »Opferrolle« – früher oder später. Denn …

Es wird zunehmend ungemütlich in Deutschland!

Einen Geschäftsfreund von mir ist jüngst dieser Hammer passiert …

Er hatte sich mit der Stadtverwaltung seines kleinen Wohnorts in der Wolle, was die Höhe seiner angeblich noch unbezahlten Müllgebühren angeht. Irgendwann glaubte die Rechnungsstelle dieses Pusemuckel-Kaffs allen Ernstes, von ihm 500 € Nachzahlung verlangen zu können. Und als ich mein Bekannter weigerte, weil er mit der Höhe der Forderung nicht einverstanden war – was flatterte ihm ein paar Tage später ins Haus?

Einer dieser schockierend eitergelben Gerichtspostumschläge: die Ankündigung, dass die Zwangsversteigerung seiner Immobilie eingeleitet wird.

Noch mal zum Mitschreiben: wegen 500 €. In Worten: fünf-hun-dert!

Wahnsinn, oder?

Allerdings ein Wahnsinn, der Methode hat.

Denn anders, als es uns die Massenmedien vorgaukeln, geht es den öffentlichen Haushalten schlechter und schlechter. Finanziell pfeifen sie auf dem letzten Loch – abgesehen von Ausnahmen, die Sie mit der Lupe suchen müssen.

Und da unsere Politiker, sofern sie überhaupt noch die Fähigkeit des Denkens beherrschen, diese mühselige Denkarbeit nicht weiter reichen lassen als bis zu einem Zeitpunkt von maximal vier Jahren in der Zukunft (dann nämlich heißt es, wieder auf Stimmenfang zu gehen und die eigenen fetten Diäten zu sichern), wird sich an dieser Misere garantiert nichts ändern.

Schlimmer noch: Die Katastrophe steht schon vor der Tür. Es will nur niemand wahrhaben.

Was aber tun Politiker und Verwaltungsbeamte im Leben nicht, wenn ihnen das Geld ausgeht?

Nun, sie suchen die Ursachen niemals bei sich oder ihrem Fehlverhalten. Sie kämen zudem nie auf die Idee, sinnvoll zu sparen, also vor allem bei sich und dem aufgeblähten Verwaltungsapparat. Wo denken Sie hin?

Nein, unsere »Honoratioren«  wählen den für sie bequemeren Weg und suchen nach neuen »Melkkühen«, mit denen sie die finanziellen Löcher in ihren öffentlichen Kassen kommod stopfen können. Und vor allen Dingen öffentlichkeitswirksam, damit man sie auch ja als Wohltäter feiert – und wiederwählt.

Öffentlichkeitswirksam heißt: Sie holen sich das Geld – liebend gern, wie ich eben demonstriert habe, mit überaus rabiaten Mitteln – bei denjenigen, die angeblich a) über Geld im Überfluss verfügen und b) ohnehin die bösen Buben sind.

Und wer sind in Deutschland die bösesten Buhmänner und -frauen zurzeit? Schauen Sie in den Spiegel: Immobilienbesitzer und Immobilieninvestoren.

Die bewusst eingefädelte öffentliche Diskussion über Mietpreisbremsen, bewussten Leerstand, Mietwucher usw. dürfte in Wahrheit und nur das schäbige Ziel gehabt haben, das Image von uns Immobilieninvestoren zu ramponieren. Denn nun klatscht die verblendete Öffentlichkeit sogar noch Beifall, wenn es »den Schurken« (= Ihnen) durch die öffentliche Hand ans angeblich viel zu prall gefüllte Portmonee geht.

Zu viel Schutz kann es also gar nicht geben!

Ich kann Ihnen daher nur dringend raten, sich früh genug um einen Schutz gegen solche Attacken zu wehren. Zumal auch Banken und andere Gläubiger inzwischen verstärkt das Kriegsbeil namens »Zwangsversteigerung« ausgraben.

Dabei gibt es Möglichkeiten, die Gefahren bereits im Vorfeld so weit wie möglich zu minimieren. Und selbst dann, wenn es Sie »erwischt« hat, stehen Ihnen noch überraschend viele effektive Abwehrmöglichkeiten zur Verfügung.

In den kommenden Folgen werde ich ein paar dieser Gegenattacken etwas näher beleuchten. Aber ich möchte von vornherein klarstellen: Das hier ist natürlich ausdrücklich keine Rechtsberatung. Betrachten Sie das Ganze also mehr als »allgemeine Gedankenspiele«. Aber ziehen Sie daraus bitte unbedingt Ihre eigenen Schlüsse!


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Paul-Misar
Von: Paul Misar. Über den Autor

Paul Misar, Entrepreneur mit aktuell 11 Firmen (einigen davon im Immobilienbereich), Bestseller-Autor, Speaker of the Year 2013 und gefragter Experte auf dem Gebieten“ finanzielle Freiheit“ und  Immobilien.