Da kommt was auf Sie zu: Zwangsversteigerung – Fakten und Mythen (Teil 4)

Opfer einer Zwangsversteigerung zu werden ist kein Spaß. Allerdings gibt es Mittel und Wege, dass dieser Prozess auch für Ihre Feinde alles andere als ein Zuckerschlecken wird. Eines der allerbesten Mittel, die Sie jetzt erfolgreich im Abwehrkampf einsetzen können, hat kein Geringerer als das Genie Albert Einstein in den höchsten Tönen gelobt. Und nein, mit Relativität hat das nichts zu tun … (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit dem Thema Zwangsversteigerung weder den Nerv noch den Schlaf raube. So attraktiv die Möglichkeit für einen Investor ist, via Zwangsversteigerung günstig an interessante Immobilienobjekte zu kommen, so furchtbar ist es für einen Immobilienbesitzer, wenn er selbst mit dieser Zwangsmaßnahme unter tödliches Feuer genommen wird.

Aber ich habe Ihnen ja gesagt, dass Sie sich früher oder später mit ziemlicher Sicherheit auf dieser Opferseite wiederfinden werden – leider Gottes. Wenn Sie mitbekommen haben, dass deutsche Beamte Hitzefrei bekommen, während der wirklich arbeitende Teil der Bevölkerung sich selbst bei Sahara-Temperaturen totschuften muss, wissen Sie: »Die da oben« haben sich längst vom Volk abgekoppelt. Und dieser volksferne Dienstwagenadel kennt keine Skrupel, Ihnen Ihr Eigentum wegzunehmen, um die leeren Staatskassen zu füllen.

Kurz noch mal das Wichtigste …

  1. Nutzen Sie unbedingt die 14-tägige Notfrist, sobald Sie über die Zwangsversteigerung gegen Ihr Eigentum informiert worden sind. Erheben Sie auf jeden Fall Einspruch!
  2. Verlassen Sie sich nicht auf Ihren Rechtsanwalt. Speziell dann nicht, wenn Sie ihn erst kennen lernen, wenn es ernst wird. Denn in Wahrheit steht er mit einem Bein auf der Seite Ihrer Feinde.

Wie aber können Sie effektiv gegen eine Zwangsversteigerung vorgehen?

Sagt Ihnen der Name Albert Einstein etwas?

Richtig, das war der berühmte deutsche Physiker mit dem Wuschel-Haarschnitt und seinen Relativitätstheorien, die ein normaler Mensch schwerlich versteht.

Dieser ultra-kluge Kopf hat einen ebenso ultra-klugen Spruch geprägt, der ihnen in Ihrer Bredouille als Leitgedanke dienen sollte. Falls Sie beim ersten Lesen der Meinung sind, dass dieser Aphorismus zu oberflächlich ist, lassen Sie mich versichern: Das ist er ganz gewiss nicht.

Also, besagter Albert Einstein hat folgenden brillanten Gedanken zum Ausdruck gebracht: »Fantasie ist wichtiger als Wissen. Denn Wissen ist begrenzt.«

Ergo: Als Versteigerungsopfer sind von Ihnen vor allem drei Dinge gefordert: Fantasie, Fantasie und nochmals Fantasie!

Unterschätzen Sie die Power dahinter bitte nicht! Mit Fantasie meine ich keineswegs Schnurrpfeifereien oder Tagträume. Nein – ich plädiere hier für flexibles, überraschendes, schöpferisches Denken. Auf diesem Terrain sind Sie ab jetzt gefragt. Zumal Ihre Widersacher in aller Regel nicht mithalten können.

Hier ein Beispiel für die Macht alternativer Denkwege …

Hier ein – unglaublich klingendes, aber authentisches! – Beispiel dafür, wie man sich fantasievoll aus der Umklammerung namens Zwangsversteigerung befreien kann.

Ein »armes Schwein« sah sich mit der Zwangsversteigerung seines kleinen Einfamilienhäuschens konfrontiert. (Ja, ich weiß, das ist nicht unbedingt die Spielwiese von uns Investoren. Aber es geht ja darum, sich ein Bild davon zu machen, was Denken abseits der normalen Wege bewirken kann.)

Anfangs war es das übliche Spiel: Die Bank heuchelte, wie immer in solchen Fallen, vollstes Verständnis für seine finanziellen Schwierigkeiten, wetzte aber in Wahrhheit hinter seinem Rücken die Messer und leitete brutal die Zwangsversteigerung ein. Und unser Freund schwitzte daraufhin Blut und Wasser. Er war wie gelähmt.

So weit, so normal.

Aber dann tat unser Freund etwas, das die meisten Betroffenen nicht tun: Er zog den Kopf aus dem Sand und informierte sich über die Rechtslage. Und was fand er heraus?

Dass Wegerechte versteigerungssicher sind: Ein etwaiger neuer Eigentümer muss diese alten Wegerechte voll und ganz anerkennen.

Gewitzt, wie unser Immobilienbesitzer war, stiefelte er daraufhin zum Amtsgericht und ließ dort ein Wegerecht für seine Schwiegermutter eintragen – quer durchs Schlafzimmer seines Häuschens.

Sprich: Für die neuen Besitzer wäre an Schlafen (oder was man in diesem Zimmer sonst noch so treiben kann) nicht mehr annähernd zu denken gewesen. Denn wenn anderer Leuts Schwiegermonster morgens um vier ihr Wegerecht einfordern, hat man laut Rechtslage sofort zu spuren.

Mit diesem raffinierten Schachzug machte unser Freund sein Eigentum für jeden anderen Gier-Finger wertlos. Und »seltsamerweise« befeuerte dieser schlagartige Wertverlust die Bereitschaft seiner Bank, doch noch über einen finanziellen Kompromiss zu verhandeln.

Diese Anekdote beweist zweierlei …

  1. Wäre ein Rechtsanwalt je auf diese Idee gekommen? Nie im Leben! Denn Juristen werden vom ersten Semester an darauf dressiert, stur nach Paragraphenschema F zu denken.
  2. Lassen Sie sich in solchen Situationen nicht einreden, »dass ›so was‹ niemals klappt.« Machen Sie es wie Winston Churchill: Geben Sie nie, nie, nie auf. Selbst wenn Rechtspfleger (also Schema-F-Denker) Sie angesichts solcher Ideen für verrückt erklären. Bleiben Sie hartnäckig bis zum Exzess. Sie haben in dieser Lage jedes juristische und moralische Recht, alle, wirklich alle Register zu ziehen, die möglich sind. Und seien sie noch so abseitig.

Und im nächsten Beitrag erzähle ich Ihnen ein weiteres Husarenstück, das Sie auch dann reiten können, wenn es um größere Immobilien geht. Bleiben Sie dran!


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Von: Paul Misar. Über den Autor

Paul Misar, Entrepreneur mit aktuell 11 Firmen (einigen davon im Immobilienbereich), Bestseller-Autor, Speaker of the Year 2013 und gefragter Experte auf dem Gebieten“ finanzielle Freiheit“ und  Immobilien.