Da passiert etwas: DAX bricht ein – sogar unter 11.900!

Solche Kurse hatten wir zuletzt im März dieses Jahres: Der DAX verliert heute rund 2%. Experte Michael Berkholz mit allen Einzelheiten: (Foto: Deutsche Börse AG)

Solche Kurse hatten wir zuletzt im März diesen Jahres: Der DAX verliert heute rund 2%. Schuld sollen die Konflikt um Nordkorea sowie der starke Euro sein.

Und schon haben wir den gestern angesprochenen Fall: Gold brauchte ein Signal, um die 1.300 US-Dollar-Marke zu knacken. Aktuell liegen wir bei 1.323 US-Dollar!

Nordkorea zündet Rakete

Sie haben es vermutlich mitbekommen. Nordkorea hat unangekündigt über Japan eine Rakete „getestet“. Verständlicherweise ist die Stimmung dort etwas verhalten.

Einen Raketenstart haben allerdings auch der EUR/USD und Gold hingelegt: Beide notieren auf dem Jahreshoch – Nordkorea sei Dank?

Was bedeutet das für Sie als Anleger? – Nun, in 1. Linie, dass Sie von mir die wichtigsten Charts des Tages zu sehen bekommen.

Starten wir also gleich mit Gold, das heute 1% zulegen konnte.

Gestern hatte ich Sie noch gewarnt, nicht vorschnell auf fallende Kurse zu setzen. Vielleicht erleben wir sogar meinen erwähnten Fehlausbruch – wir werden sehen…

2908_1

Der Goldpreis hat also seinen Trendkanal verlassen. Im Moment befinden wir uns auf dem Herbst-Hoch, das während der US-Präsidentschaftswahl entstand.

Sollten die Kurse nicht sofort wieder zurücklaufen, wäre sogar noch Luft bis zur blauen Linie. Diese markiert übrigens das Jahreshoch von 2016.

Sollte es auch darüber noch hinaus gehen, wird es ernst mit Nordkorea. Denn ganz ohne geopolitischen Grund springt Gold keine 100 US-Dollar im Preis!

Euro durchbricht die 1,20-Marke

Ein ähnliches Spiel haben wir hier – wobei der EUR/USD bereits seit Jahresbeginn quasi nur eine Richtung kennt:

Gestartet sind wir unter 1,05 und heute liegen wir erstmals seit knapp 3 Jahren über 1,20.

2908_2

Wie Sie erkennen, wurde der Aufschwung heute in etwa dort eingebremst, wo wir im Juli 2012 ein Tief hatten.

So wie die Kurse dieses Jahr bisher gelaufen sind, ist es durchaus wahrscheinlich, dass der EUR/USD nach einem kurzen Durchatmen auch diese Hürde nehmen wird.

Sonst wäre zumindest bis 1,15 Luft nach unten, ohne dass das Bild sofort einen bärischen Charakter bekommt.

DAX beugt sich vor Nordkorea

So viel Etikette hätten wir dem DAX gar nicht zugetraut: Da grüßt Nordkorea den Nachbarn Japan mit einem Flugobjekt und der deutsche Aktienindex verbeugt sich.

Gestatten Sie mir bitte etwas Galgenhumor, denn der DAX-Chart sieht regelrecht grauenvoll aus!

Wenn hier nicht zügig die Trendwende kommt, wird 2017 ein verheerendes Jahr für Anleger.

Und nur alles auf die Jahres-Endrallye nach der Bundestagswahl zu setzen, so viel Blauäugigkeit wünsche ich keinem Investor!

Schauen wir uns das Trauerspiel also einmal etwas genauer an:

Der DAX hat im Sommer ein Allzeithoch erreicht. Die 13.000 Punkte wurden vorerst ausgelassen. Jetzt geht es genauso bergab, wie es seit Anfang des Jahres bergauf gegangen ist.

2908_3

Lassen Sie Ihre Augen auf dem Chart nach links wandern: Wir befinden uns auf dem Niveau von März 2017. Die 5 Monate dazwischen wurden seit Juni annulliert!

Die grüne Linie, die in den Chart fliegt, ist nicht die Flugbahn der nordkoreanischen Rakete – auch wenn Sie ähnlich gefährlich ist.

Es handelt sich hierbei um die 200-Tage-Linie, einen der wichtigsten Durchschnitte bei Indizes – v. a. für langfristige Anleger.

Dazu zählen auch Fonds, und genau deshalb ist es aus DAX-Sicht wichtig, diese Linie nicht sofort zu durchbrechen.

Das ist aber offensichtlich geschehen; wir haben ähnlich Land unter wie derzeit in Houston.

Was kann den DAX jetzt noch retten?

Ein schneller Rebound über die 200-Tage-Linie wäre perfekt. Das hängt aber auch von den Einzelwerten ab.

ProSiebenSat.1 hat es sogar nach dem katastrophalen Verlauf diesen Jahres geschafft, heute noch einmal 2-stellig abzugeben; rund 14% Verlust stehen hier zu Buche.

Sollten wir wieder über der Durchschnitts-Linie liegen, wären auch die 12.000 Punkte geknackt – 2 deutlich positive Zeichen.

Doch verschließen wir nicht die Augen vor der Realität: Die 12.000 Punkte sind widerstandlos gefallen und ebenso die 200-Tage-Linie!

Der freie Fall kann also beginnen!

Erst bei etwa 11.439 gibt es einen deutlichen Widerstand. Dort liegen das Dezember-Hoch von 2015 und gleichzeitig der Ausbruchs-Bereich von Anfang 2017.

Der DAX könnte also tatsächlich auf die Kurse von Anfang des Jahres absacken – erschreckend, wie schnell Nordkorea dieses Szenario ermöglicht hat!

Als Trostpflaster bleibt die Hoffnung auf eine Deeskalation im Osten und wieder etwas ruhigere Börsenzeiten.

Doch es klingt nach einer Milchmädchen-Rechnung, wenn wir unseren Optimismus auf einen unberechenbaren Kim Jong-un stützen.

Behalten Sie die Kurse deshalb regelmäßig im Auge! Die aktuelle Börsen-Phase ist unnötig spannend und erfordert vermutlich einige Aktionen in Ihrem Depot.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt