Da vergeht einem die Freude am Fahren

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Der Wind dreht für Autohersteller. BMW hat 2018 schwache Zahlen vorgelegt. Was wir von der Aktie halten. (Foto: Roman Vyshnikov / Shutterstock.com)

Haben Sie noch Freude am Fahren? Oder stehen Sie wie ich zu oft im Stau? Gerade im Berufsverkehr macht Autofahren oft keinen Spaß mehr. Unternehmen wie BMW, die seit jeher ein sportliches Image hatten, leiden indirekt unter dieser Entwicklung. Wer sowieso immer im Stau steht, sehnt sich womöglich noch eher ein autonomes Fahrzeug herbei.

Motto: Egal, wenn es nur 150 fährt, immerhin kann ich nebenbei Emails beantworten oder angeregte Gespräche per Videotelefonie führen. Doch das ist Zukunftsmusik. Wir erklären, ob die autonome Zukunft für BMW zur Horror-Vision wird und wie sich die Aktie schlägt.

Schwache Zahlen machen Sorge

Die BMW Group gehört mit ihren Marken BMW, Mini und Rolls Royce zu den weltweit führenden Herstellern von Pkws des gehobenen Preissegments. Motorräder und Finanzdienstleistungen runden die Produktpalette ab. Der Konzern betreibt 28 Produktionsstätten in 13 Ländern sowie ein globales Vertriebsnetzwerk mit Vertretungen in über 150 Ländern.  BMW hat überraschend schwache Zahlen für das 3. Quartal präsentiert.

Der Gewinn brach um 24% und das Vorsteuerergebnis um 26% ein. Die operative Marge in der Auto-Sparte hat sich sogar auf 4,4% nahezu halbiert. Nicht ganz so schlimm sieht der 9-Monats- Vergleich aus. Bei einem Umsatzrückgang um 1,8% hat der Konzern netto 9% weniger verdient. Das Vorsteuerergebnis schrumpfte um 9,8% auf 7,9 Mrd € und die operative Marge von 9,4 auf 7,6%. Der Absatz zog um 1,3% auf 1,83 Mio Fahrzeuge an.

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Zuwächse gab es in den wichtigsten Märkten Deutschland, USA und China, die für die Hälfte des Gesamtabsatzes stehen. Belastet haben hohe Kosten für den Abgastest WLTP, Rückstellungen für Fahrzeugrückrufe sowie Rabattaktionen. Hinzu kamen die von China erhobenen Zölle von bis zu 40% auf Autoimporte aus den USA. Betroffen waren vor allem die in China beliebten Modelle der X-Reihe.

Trotz des enttäuschenden 3. Quartals hat BMW die im September revidierten Jahresziele für die Auto-Sparte bestätigt: ein leichter (bis zu 5%) Umsatzrückgang, ein moderater (5 bis 10%) Rückgang des Vorsteuerergebnisses sowie eine operative Marge von mindestens 7%. Bisher lautete das Margenziel 8 bis 10%.

BMW ist zu Investments gezwungen

Allein die Belastungen durch Zölle schätzt BMW auf 300 Mio €. 2019 ist sogar ein Anstieg auf 500 Mio € denkbar, wenn sich nichts ändert. Mit Sparmaßnahmen kann BMW kaum gegensteuern. Im Gegenteil: Der Konzern muss kräftig in E-Mobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung investieren, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Auch BMW kann sich dem schwierigen Marktumfeld nicht entziehen. Es droht sogar eine Dividendenkürzung. Bleiben Sie dieser Aktie besser fern!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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