Daimler-Aktie: Auto-Aktien wegen Kartell-Verdacht unter Druck

Die Aktien von Daimler, BMW und VW standen am Freitag auf der Abschussliste – der Grund wiegt schwer: Kartell-Vorwürfe stehen im Raum. (Foto: Ivan Kurmyshov / Shutterstock.com)

Die Aktien der Autobauer sind am Freitag auf der Abschussliste gelandet. Mit Verlusten von rund 3 – 5% bildeten die Papiere von Daimler, BMW und VW die Schlusslichter im DAX.

Der Hintergrund ist brisant; und es geht nicht einmal um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen – zumindest nicht direkt.

Stattdessen steht der Vorwurf einer Kartell-Bildung im Raum.

Geheimes Auto-Kartell?

Laut einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ handelt es sich dabei um insges. mehr als 200 Mitarbeiter von Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler.

Diese sollen sich seit den 1990er-Jahren in mehr als 60 Arbeitskreisen getroffen und geheime Absprachen getroffen haben.

Die Unternehmen selbst wollten sich am Freitag nicht äußern und taten die Medienberichte als „Spekulation“ ab.

Allerdings sollen zumindest Volkswagen und Daimler eine Art Selbstanzeige bei den Behörden erstattet haben.

Reuige Sünder also, die aus den Fehlern des Diesel-Skandals gelernt haben und nun eine nachhaltige Aufarbeitung wünschen?

Oder fürchteten die Beteiligten eher, dass die Absprachen früher oder später ohnehin ans Licht kommen würden, und ergriffen die Flucht nach vorn?

So oder so: Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hätten es die Ermittlungs-Behörden mit einem der größten Kartelle in der deutschen Wirtschafts-Geschichte zu tun.

Für das angekratzte Image der Autobauer dürfte hingegen gelten: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert…

Schließt sich hier der „Dieselgate“-Kreis?

Die Diesel-Affäre, die im September vor 2 Jahren in Wolfsburg aufgeflogen ist, hat seither weite Kreise gezogen.

Etliche Modelle waren betroffen, und auch bei anderen Herstellern war zwischenzeitlich von manipulierten Abgaswerten die Rede.

Mit Blick auf die Kartell-Vorwürfe schließt sich hier womöglich ein Kreis.

Denn auch die Technologien für die Abgas-Reinigung bei Diesel-Fahrzeugen sollen in den geheimen Arbeitskreisen besprochen worden sein.

Immer neue Enthüllungen werden mehr und mehr zum Desaster für die einstige deutsche Vorzeige-Industrie.

Dafür herhalten muss wohl wieder einmal „der kleine Mann“

Das wirklich Schlimme daran ist:

An den Fehlern, die auf Führungs-Ebene begangen werden, hängen unzählige Arbeitsplätze von Fachkräften oder geringer Qualifizierten, die es am Ende ausbaden müssen, wenn die Zahlen einbrechen.

Volkswagen hat sich bis heute nicht erholt vom Diesel-Skandal.

Bei Daimler droht nach Razzien womöglich ein ähnliches Ausmaß, doch in den höheren Führungs-Etagen will man davon nichts wissen.

Die Vorwürfe werden kleingeredet oder auch gar nicht erst thematisiert – proaktives Krisen-Management sieht anders aus…

Auto-Aktien stehen unter Druck

Doch nicht nur die Kunden und die Behörden verlieren allmählich die Geduld, auch Aktionäre haben die Nase voll und stoßen die Papiere der Autobauer ab:

Die Daimler-Aktie hat auf Wochensicht gut 4% verloren und notierte zuletzt bei rund 62 €. Bei der Konkurrenz sieht es nicht besser aus.

Am Ende sitzen die deutschen Autobauer eben doch alle im selben Boot – das gerade spektakulär zu kentern droht.

2017-07-21 Daimler


Der Gold-Report 2018
So machen Sie die besten Gold-Geschäfte

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Der Gold-Report 2018” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Massive Gewinne voraus: So machen Sie 2018 zu Ihrem Goldjahr ➜ hier klicken!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt