Daimler Aktie nach Gewinnwarnung im Keller

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Schon wieder Daimler, schon wieder Gewinnwarnung: Der Dieselskandal kommt die Stuttgarter teuer zu stehen. Die Aktie rauscht in die Tiefe. (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Mit diesem Mann möchte man wahrlich nicht tauschen: Daimler-Chef Ola Källenius ist erst seit vergangenen Mai Vorstandsvorsitzender bei Daimler – und musste in diesem knappen Dreivierteljahr bereits drei Gewinnwarnungen verkünden.

Die jüngste kam in dieser Woche und trifft das Unternehmen und seine Aktie empfindlich. Der Dieselskandal holt Daimler wieder ein. 1,6 Milliarden Euro hatte der Stuttgarter Hersteller im vergangenen Jahr bereits zurückgestellt für damit verbundene Aufwendungen, doch die Summe wird nicht reichen.

Dieselskandal erfordert zusätzliche Rückstellungen

Weitere 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro zusätzlich müssen nun zurückgestellt werden, um Kosten für juristische Verfahren sowie Rückrufaktionen zu decken. Der operative Gewinn, der 2018 bereits zurückgegangen war, wird nach vorläufigen Zahlen für 2019 noch einmal deutlich einbrechen: Mit nur noch 5,6 Milliarden Euro hat sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahezu halbiert – und da sind die neuen Rückstellungen noch gar nicht mit eingerechnet.

Die harten Fakten wird Daimler am 11. Februar vorlegen, an diesem Tag wird die Jahresbilanz für 2019 erwartet. Schon jetzt bekommen Anleger und Angestellte die Auswirkungen zu spüren. Als eine seiner ersten Amtshandlungen verordnete Källenius dem Konzern ein straffes Sparprogramm. Allein beim Personal sollen bis Ende 2022 rund 1,4 Milliarden Euro eingespart werden. Dadurch werden weltweit etwa 10.000 Stellen abgebaut, darunter auch 1.000 Managementposten. Zudem sollen Investitionen gedeckelt werden.

Daimler Aktie verhagelt Dax-Rekord

Anleger reagierten entsetzt auf die jüngste Gewinnwarnung und schickten die Daimler Aktie auf Talfahrt. Sie fürchten angesichts er schwachen Performance um ihre Dividende. Am Mittwoch, als der Dax eigentlich auf Rekordkurs unterwegs war, war es ausgerechnet die Daimler Aktie, die abstürzte und damit im Tagesverlauf dafür sorgte, dass auch der Dax insgesamt unterm Strich leichte Verluste verbuchen musste. Die Werte der beiden Konkurrenten BMW und Volkswagen wurden gleich mit in die Tiefe gezogen.

Die Autobauer sind in einer schwierigen Situation. Auf der einen Seite kämpfen sie mit Altlasten wie dem Dieselskandal, der immer wieder für Negativschlagzeilen und immense Kosten sorgt. Auf der anderen Seite müssen sie Entwicklung und Produktion umstellen auf alternative Antriebsformen und autonomes Fahren.

Innovationsstau ausgerechnet bei deutschen Autobauern

Gerade die deutschen Autobauer, die jahrzehntelang gut gefahren sind mit ihrem alten Geschäftsmodell, tun sich schwer damit, sich und ihre Modellfamilien nun neu erfinden zu müssen. Doch der Stolz auf frühere Errungenschaften darf sich nicht zur Innovationsbremse entwickeln. Die Konkurrenz schläft nicht, ganz im Gegenteil: Ford prescht in Sachen Elektrifizierung seiner Flotte voran, Tesla wagt mit einem neuen Produktionsstandort im brandenburgischen Grünheide den Schritt nach Europa.

Daimler, BMW und Volkswagen stehen zunehmend unter Druck. Sie müssen liefern, und zwar zeitnah. Versäumnisse der Vergangenheit drohen sich nun zu rächen, doch der Innovationsstau darf die deutsche Schlüsselindustrie auf lange Sicht nicht ausbremsen.

Wie schon gesagt: Mit Källenius möchte man gerade lieber nicht tauschen.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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