Daimler Aktie nach schwachen Zahlen im Sinkflug

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Die Jahresbilanz 2018 fällt bescheiden aus – ist damit der Tiefpunkt schon erreicht oder geht es weiter abwärts? Die Daimler Aktie sinkt. (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Seinen Abschied hatte sich der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche wohl anders vorgestellt. In dieser Woche stellte der Manager die Jahresbilanz seines Konzerns für 2018 vor – und die fiel nicht besonders gut aus.

Das Autogeschäft, also das Brot-und-Butter-Geschäft von Daimler, hatte aufgrund verschiedener Faktoren im vergangenen Jahr nachgegeben. Der Handelsstreit zwischen den USA und China, Rückschläge im Dieselskandal sowie das neue Zulassungsverfahren WLTP verzögerten die Auslieferungen und sorgten zumindest zeitweise für einen Absatzrückgang.

Dass unterm Strich dennoch ein kleines Absatzplus stand und im Gesamtjahr weltweit 2,4 Millionen Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart verkauft werden konnten, rettet die Bilanz jedoch nicht. Das Konzernergebnis ist um fast ein Drittel eingebrochen. Das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis lag bei 7,25 Milliarden Euro.

Daimler präsentiert schwache Zahlen

Das operative Ergebnis gab mit 22 Prozent ebenfalls stärker nach als angenommen und landete bei 11,1 Milliarden Euro. Dass die Erlöse um magere 2 Prozent gesteigert werden konnten auf knapp 167,4 Milliarden Euro hatte Daimler in erster Linie der Lastwagensparte zu verdanken.

Die Umsatzrendite in der Pkw-Sparte ging von 9,4 Prozent im Vorjahr zurück auf nur noch 7,8 Prozent und lag damit auch unterhalb des unternehmenseigenen Zielkorridors, der üblicherweise bei 8 bis 10 Prozent liegt. Für das laufende Jahr hat man bei Daimler die Erwartungen nun zusammengestutzt und rechnet mit lediglich 6 bis 8 Prozent.

Auch Anleger bekommen die Delle zu spüren: Die Dividende wird zusammengekürzt und liegt für 2018 nur noch bei 3,25 Euro und somit 40 Cent unterhalb des Werts vom Vorjahr. Zwar hatten viele angesichts der allgemeinen Schwäche der Autobauer im vergangenen Jahr bereits mit einem Dividendenrückgang gerechnet, dieser fällt nun aber zumindest bei Daimler deutlicher aus als erwartet.

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Verhaltener Ausblick

Doch damit nicht genug: Auch 2019 soll es vorerst nicht substanziell besser werden. Der Stuttgarter Autobauer gibt sich in seiner Prognose zurückhaltend, verweist auf hohe Kosten in der Entwicklung und betrachtet das neue Jahr in erster Linie als Umbruchphase, auch auf dem Weg hin zu neuen Modellen, insbesondere im Bereich Elektromobilität. Trotz hoher Investitionen sollen Absatz, Umsatz und operativer Gewinn 2019 jedoch leicht steigen.

Der Konzern selbst wird sich ebenfalls runderneuern: Neben dem Wechsel an der Spitze vom seit 13 Jahren amtierenden Vorstandsvorsitzenden Zetsche zum bisherigen Entwicklungschef Ola Källenius steht für die Hauptversammlung im Mai eine Grundsatzentscheidung über die Konzernstruktur auf der Agenda. Autogeschäft, Lkw-Sparte und Mobilitätsdienstleistungen sollen unter einem gemeinsamen Dach in Form einer Holding eigenständig werden.

Daimler Aktie im Sinkflug

Damit hat man sich für das neue Jahr insgesamt sehr viel vorgenommen – vielleicht zu viel auf einmal? Analysten zeigten sich angesichts des jüngsten Zahlenwerks teilweise skeptisch. Die meisten Experten beließen ihre Einstufung der Daimler Aktie auf „Halten“, die Credit Suisse senkte parallel das Kursziel von 60 auf 58 Euro.

Das Analysehaus Independent Research hingegen hob das Kursziel an von 52 auf 53 Euro mit der Begründung, die Talsohle sei mit der Jahresbilanz 2018 wohl vorerst erreicht, Tenor: Ab jetzt geht es aufwärts.

Anleger stimmten hingegen mit den Füßen ab und kehrten der Daimler Aktie nach der schwachen Bilanz und der zusammengestrichenen Dividende den Rücken: Der Kurs hat in dieser Woche gut 6 Prozent verloren und ist unter die Marke von 50 Euro gerutscht.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.