Daimler: Auf keinen Fall abschreiben

Warum Sie den deutschen Autobauer Daimler auf keinen Fall abschreiben sollten. (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Der amerikanische Elektro-Auto-Pionier Tesla bestimmt die Schlagzeilen innerhalb der Autobranche (zuletzt mit negativen Meldungen). Als Autofahrer und auch als Aktionär könnten Sie fast meinen, dass andere Autobauer von der Bildfläche verschwunden sind.

In der Vergangenheit war immer wieder zu hören und zu lesen, dass die deutschen Autobauer den Trend zur Elektromobilität verschlafen hätten und dass der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla den deutschen Autobauern enteilt sei.

Zudem sahen sich deutsche Autobauer (insbesondere Daimler und der VW-Konzern) immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, dass man nur über Elektroautos reden und entsprechende Studien präsentieren würde, nicht aber serienreife Fahrzeuge vorstellt.

Nun hat Daimler ein Elektroauto vorgestellt, das laut dem führenden deutschen Autoexperten, Prof. Ferdinand Dudenhöffer, „State of the Art“ ist. Zudem glaubt Dudenhöffer, dass der Vorsprung von Tesla schmilzt. Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche leitet das neue Mercedes-Elektroauto EQC eine neue Mobilitäts-Ära bei dem Konzern ein.

„Mit der Studie ‚Concept EQ‘ haben wir vor zwei Jahren auf dem Pariser Automobilsalon unsere Vision eines sportlichen SUV-Coupés mit batterieelektrischem Antrieb gezeigt. Jetzt ist es so weit: Mit dem EQC als erstem Mercedes-Benz Modell der neuen Produkt- und Technologiemarke EQ wechseln wir auf die Überholspur“, so Zetsche.

Und weiter: „Der Elektroantrieb ist ein wesentlicher Baustein für die Mobilität der Zukunft. Daher investieren wir in den Ausbau unseres EQ Fahrzeugportfolios mehr als 10 Mrd. Euro, und ebenso massiv in die Batterietechnologie sowie in die Ladeinfrastruktur.“

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Bei der Batterietechnologie spielt Daimler offensichtlich schon jetzt in der 1. Liga mit. Mercedes setzt beim EQC auf eine 80-kWh-Batterie mit einer Reichweite von voraussichtlich über 450 Kilometern. Damit käme Daimler bereits jetzt annähernd auf die Reichweiten der Spitzenmodelle von Tesla. Auch hier zeigt sich: Der Vorsprung von Tesla schmilzt.

Großauftrag von Amazon

Und es gibt noch eine gute Nachricht aus dem Hause Daimler: Das Unternehmen hat erst vor wenigen Tagen einen Riesen-Auftrag von Amazon erhalten. Daimler verkauft 20.000 Transporter des Typs Sprinter an den Online-Handelsriesen.

Damit wird Amazon zum weltweit größten Kunden des Lieferwagens, wie Spartenchef Volker Mornhinweg in dem US-Bundesstaat South Carolina bekannt gab. Dort eröffnete Mornhinweg am vergangenen Mittwoch ein neues Werk, in dem ausschließlich Vans produziert werden.

Bisher fertigte Daimler die Transporter für den amerikanischen Markt in Deutschland. Aber der Export in die USA war aufwendig und teuer. Um einen hohen Zoll zu umgehen, den Washington seit langer Zeit auf ausländische Vans erhebt, zerlegte Daimler den Sprinter und baute ihn kurz darauf wieder zusammen.

Diese Prozedur ist mit dem neuen Werk, in dem der Sprinter von Grund auf gebaut wird, künftig nicht mehr nötig.

Sie sehen: Im Tagesgeschäft läuft es bei Daimler (auch was die Zukunftsplanung angeht) deutlich besser, als ein Blick auf die Daimler-Aktie vermuten ließe. Meine Empfehlung: Schreiben Sie Daimler auf keinen Fall ab und setzen Sie die Daimler-Aktie zumindest auf Ihre Beobachtungsliste. So günstig wie aktuell war die dividendenstarke Aktie in den vergangenen Jahren selten.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.