Daimler: Welche 3 Faktoren die Aktie jetzt wieder beflügeln

Über weite Strecken hat der Motor gestottert, doch nun hat Daimler die Kurve gekriegt: Das grandiose Auftaktquartal sorgt für Verzückung bei Analysten und Anlegern.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres verkauften die Schwaben so viele Fahrzeuge ihrer Luxusmarke Mercedes-Benz wie nie zuvor. Der Umsatz stieg um satte 16 Prozent auf gut 34 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von etwa 2 Milliarden Euro – und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Schwierigkeiten in China sind passé

Lange hatten Daimler-Fans auf positive Nachrichten warten müssen. Audi und vor allem BMW hatten in den vergangenen Jahren stets die Nase vorn. Vor allem auf dem rasant wachsenden Zukunftsmarkt China tat sich Daimler schwer, das angestaubte Mercedes-Image als gediegenes Seniorenfahrzeug loszuwerden.

Doch nun hat sich der Konzern eine Verjüngungskur verordnet und zahlreiche Modelle modernisiert oder neu auf den Markt gebracht, die deutlich sportlicher und schnittiger daherkommen. Kein Wunder also, dass die Zielgruppe nun ebenfalls allmählich jünger wird.

Aber nicht nur die Ausweitung der Modellpalette macht sich bezahlt. Zugleich trägt auch das Sparprogramm Früchte: Durch eine Verstärkung des Baukasten-Prinzips, das zuvor schon Volkswagen für seine Werke etabliert hat, haben es nun auch die Schwaben geschafft, durch eine Ausweitung von Standardbauteilen die Effizienz in der Produktion zu erhöhen.

Die Kosten sinken, die Margen steigen, die Verkaufszahlen ziehen an – so sieht Daimlers Wachstumsmotor aus.

Gute Rahmenbedingungen

Und auch die äußeren Rahmenbedingungen stimmen: So legt der globale Automarkt auch in diesem Jahr weiter zu. Insbesondere Europa zeigt hier einigen Nachholbedarf. Im Zuge der Finanz- und Schuldenkrise war der Markt für Neufahrzeuge praktisch zusammengebrochen, Händler mussten teils extreme Rabatte gewähren, um ihre Autos überhaupt loszuwerden.

Mit steigender Arbeitslosigkeit und schwindenden finanziellen Sicherheiten fehlte vielen Europäern schlicht die Perspektive für eine größere Neuanschaffung. Sämtliche Marken waren von dem Rückgang betroffen.

Doch nun hat die Trendwende eingesetzt, Europas Automarkt erholt sich – und Daimler konnte seinen Marktanteil steigern. Zugleich sind die Bedingungen in den USA ebenfalls gut. Dort erholt sich der Arbeitsmarkt zusehends und die anhaltend niedrigen Zinsen ermutigen zum Konsum auch von teureren Luxusgütern wie Oberklasselimousinen.

Während sich also der Absatzmarkt in den klassischen Zielregionen allmählich erholt, zieht parallel die Nachfrage aus den Schwellenländern weiter an.

Analysten sehen reichlich Kurspotenzial

Beste Bedingungen also für das Erreichen des ausgegebenen Konzernziels, in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent zu wachsen.

Analysten sind begeistert und zeigen sich optimistisch, nicht nur was die Entwicklung der Geschäftszahlen betrifft, sondern auch mit Blick auf das Potenzial des Aktienkurses. Dieser lag zuletzt bei knapp 85 Euro.

Angesichts des herausragend guten Auftaktquartals sehen die meisten Studien das Papier allerdings deutlich höher bei über 100 Euro. Mehrere Analysten halten Kursziele von 110 Euro und mehr für realistisch. Sie empfehlen das im Dax gelistete Papier nahezu einstimmig zum Kauf.

2015-06-11 Daimler

12. Juni 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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