Daimler mit Licht und Schatten

Daimler ist noch immer der Stolz einer ganzen Region. Wer „beim Daimler schafft“, hat es geschafft und seinen Job auf Jahre sicher, heißt es in und um Stuttgart.

Doch auch der Traditionskonzern hat mit Herausforderungen zu kämpfen: Viele junge Menschen halten wenig von einem eigenen Fahrzeug und interessieren sich stattdessen lieber für Mobilitäts-Lösungen.

Auch im Bereich der Elektro-Mobilität sind die Deutschen noch nicht so wirklich weit. Immerhin hat Daimler im Bereich des autonomen Fahrens ein Ass im Ärmel – mit LKW klappt das sensorgestützte Fahren sehr gut.

Daimler ist ein weltweit führender Hersteller von Premium-Personenwagen und bei Nutzfahrzeugen weltweit die Nr. 1. Geschäftsfelder sind Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Daimler Financial Services sowie Vans und Busse.

Abgas-Thema stinkt Anlegern gewaltig

Daimler war auch im 1. Quartal erfolgreich unterwegs. Der Umsatz stieg um 2,4% und der Absatz um 7% auf 683.900 Fahrzeuge. Operatives Ergebnis und Netto-Gewinn gingen jedoch wie erwartet zurück.

Belastet haben die Anlaufkosten für die neue E-Klasse, hohe Investitionen in die Produkt-Offensive und die Digitalisierung sowie die Abwertung einiger Währungen. Gebremst wurde die Ergebnis-Entwicklung letztlich durch die starke Nachfrage nach weniger rentablen Kompaktwagen.

Die operative Marge im PKW-Geschäft schrumpfte von 9,4 auf 7%, übertraf damit aber die Erwartungen des Marktes.

Auch im laufenden Jahr will der Konzern mehr Fahrzeuge verkaufen, das Wachstums-Tempo wird sich aber verlangsamen. Positiv auf die Ergebnis-Entwicklung sollte sich die neue E-Klasse auswirken, die weltweit in hohen Stückzahlen und mit hohen Margen verkauft werden kann.

Daneben verspricht das neue S-Klasse-Cabriolet einen Rendite-Kick. Und in den USA soll ein weiterer Geländewagen für die Trendwende sorgen. Dort ging der Absatz im 1. Quartal um 12% zurück. Alles in allem erwartet Daimler leichte Steigerungen bei Umsatz, Absatz und operativem Ergebnis.

Die Kursverluste der letzten Monate sind im Wesentlichen auf das Abgas-Thema zurückzuführen, das noch eine Weile wie ein Damoklesschwert über den Autoherstellern schweben wird. Auch bei Daimler sind noch Fragen offen.

Wettbewerbsfähigkeit und Dividende sind top

Mit einer schnellen Erholung rechnen wir daher nicht und reduzieren das Timing auf eine durchschnittliche Kursentwicklung. Langfristig wird Daimler aber von seiner hohen Wettbewerbsfähigkeit profitieren und in allen wichtigen Absatz-Regionen stärker wachsen als der gesamte Premiummarkt.

Anleger brauchen aber Geduld. Bis dahin kann der Gedanke an die Dividendenrendite von 5,7% manch einem Anleger ein Investment versüßen.

21. Juni 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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