Daimler: Zetsche nimmt nach 13 Jahren seinen Hut

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Der deutsche Autobauer Daimler durchlebt schwere Zeiten. Dennoch erzielt der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche bei seiner letzten Hauptversammlung Applaus. (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Für Daimler-Chef Dieter Zetsche war die gestrige Hauptversammlung die letzte Daimler-Hauptversammlung als Unternehmenslenker. Zetsche erhielt viel Lob für seine Verdienste in den 13 Jahren an der Spitze von Daimler.

Richtig finde ich aber auch, dass er für den Zustand von Daimler kritisiert wird, in dem er das Unternehmen nun an seinen Nachfolger Ola Källenius übergibt. Die auf der gestrigen Hauptversammlung anwesenden Aktionäre und Aktionärsvertreter kritisierten dabei vor allem die Rendite und die rechtlichen Verfehlungen im Zuge der Abgasaffäre und des 2016 öffentlich gewordenen LKW-Kartells.

Heute Dividendenabschlag

Bevor ich gleich weiter auf die Hauptversammlung eingehe und Ihnen noch ein paar Sätze zu den jüngsten Zahlen von Daimler schreibe, möchte ich darauf hinweisen, dass heute der sogenannte Dividendenabschlag erfolgt.

Das bedeutet konkret: Heute wird die Dividende in Höhe von 3,25 Euro je Aktie, die die Daimler-Aktionäre in den kommenden Tagen gutgeschrieben bekommen, vom Kurs der Daimler-Aktie abgezogen.

Wenn Sie heute den extrem schwachen Kursverlauf der Daimler-Aktie anschauen, müssen Sie also imaginär 3,25 Euro je Aktie wieder draufschlagen, da Sie in wenigen Tagen diesen Betrag als Dividende erhalten. Die Dividendenrendite gemessen am gestrigen Kurs der Daimler-Aktie liegt damit übrigens bei überdurchschnittlichen 6,3%.

So lief die Hauptversammlung ab

Dieter Zetsche hat bei seiner letzten Hauptversammlung als Daimler-Chef bestätigt, dass der Konzern vor harten Einschnitten bei den Kosten steht. Mit der aktuellen Profitabilität können und wollen wir nicht zufrieden sein, so Zetsche. Details zu den Maßnahmen ließ er aber weiter offen.

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Die Vertreter der Fondsgesellschaften Deka, Union Investment und DWS forderten erneut einen Börsengang der LKW-Sparte. Der ebenfalls scheidende Daimler-Finanzchef Bodo Uebber erwiderte, dass ein Börsengang der Truck-Sparte derzeit nicht zur Debatte stehe.

Zetsche erwähnte allerdings, dass die neue Aufstellung (Daimler hat künftig eine Holding-Struktur) die Grundlage für weitere strukturelle Veränderungen in der Zukunft sei. Das bedeutet: Aufgeschoben muss in diesem Fall nicht aufgehoben sein. Ein Börsengang der LKW-Sparte von Daimler würde meines Erachtens einen Mehrwert für die Daimler-Aktionäre schaffen, weil viele Investoren aktuell noch übersehen, welche Perlen sich im Daimler-Portfolio befinden. Die Einzelteile sind deutlich mehr wert als aktuell der Gesamtkonzern.

Ein Blick auf die jüngsten Zahlen

Abschließend noch ein Blick auf die jüngsten Daimler-Zahlen und den Ausblick für das laufende Jahr. Der Konzernabsatz lag in den ersten 3 Monaten des laufenden Jahres mit 773.800 Einheiten leicht (um 4%) unter dem des Vorjahres.

Der Umsatz lag bei 39,7 Mrd. Euro und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (39,8 Mrd. Euro). Der operative Gewinn (EBIT) lag dagegen mit 2,8 Mrd. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,3 Mrd. Euro. Der Nettogewinn lag mit 2,1 Mrd. Euro ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 2,4 Mrd. Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet Daimler eine leichte Steigerung bei Absatz, Umsatz und Ergebnis. Meine Einschätzung zur Daimler-Aktie: Das Momentum ist denkbar schlecht. Auf längere Sicht könnte sich ein Einstieg zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch auszahlen, da Daimler genug Geld für den Umbau Richtung E-Mobilität verdient und gleichzeitig noch über verborgene Werte im Portfolio verfügt.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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