Damit es sich rechnet: Spüren Sie verborgene Kosten auf

Wer eine Wohnung oder ein Mehrfamilienhaus kauft, kalkuliert besser gut, ob sich die Investition auch rechnet. (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Nicht alles, was Gold ist glänzt, und nicht alles, was Geld kostet präsentiert Ihnen ein Makler auf dem Silbertablett – das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie ein Objekt kaufen wollen.

Sei es die Eigentumswohnung oder ein komplett vermietetes Mehrfamilienhaus, ratsam ist es, im Vorfeld die Betriebskostenabrechnungen unter die Lupe zu nehmen und sich, wenn es sich um eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) handelt, die Wirtschaftspläne zeigen zu lassen.

Mit geschärftem Blick

Der Blick in die Betriebskostenabrechnung gibt Ihnen nicht nur Aufschluss darüber, wie hoch die anfallenden Nebenkosten sind, sondern vermittelt Ihnen auch einen Eindruck von der Hausverwaltung. Sie stellen fest, ob sauber gerechnet wurde und ob die Zahlen nachvollziehbar dargestellt werden.

Die Qualität von Hausverwaltungen stellt sich im Allgemeinen sehr unterschiedlich dar, ebenso ihr Preis. Überprüfen Sie das Preis-Leistungsverhältnis und holen Sie sich gegebenenfalls weitere Angebote ein oder regen Sie in einer WEG einen möglichen Wechsel an, wenn Sie mit der Qualität oder dem Preis nicht einverstanden sind.

Was die Kosten treibt

Überprüfen Sie auch Wartungsverträge und Versicherungen, insbesondere wenn Sie ein Mehrfamilien-Haus erwerben möchten. Nicht alles kann hier auf die Mieter umgelegt werden. Service-Verträge für Aufzüge oder auch Maßnahmen im Bereich Brandschutz können extreme Kosten verursachen. Bei WEGs sollten Sie in jedem Fall Einsicht in die Versammlungsprotokolle nehmen. Dort finden sich Entscheidungen zu allen zahlungsrelevanten Themen, also welche Versicherungen oder Serviceverträge abgeschlossen wurden ebenso wie welche Sonderumlagen, Sanierungen oder Aufwertungen anstehen.

Insbesondere Sonderumlagen sollten von Ihnen geprüft werden: dabei handelt es sich um von der Eigentümergemeinschaft zu finanzierende Bauvorhaben: Fassadenarbeiten, Dachsanierungen oder Gebäudedämmung. Die Kosten hierbei sind oft immens. Das ist auch der Grund, warum die Sonderumlagen nicht unbedingt im Verkaufsprospekt auftauchen.

Auf die Attraktivität eines Kaufobjektes haben sie nämlich direkten Einfluss, und das wissen auch die Miteigentümer. Fragen Sie zusätzlich auch bei der Gemeinde nach: Möglicherweise liegt das Objekt in einem Sanierungsgebiet, und es stehen Straßensanierungen an – ein kostspieliges Vergnügen, das aus die Anlieger umgelegt wird.

Machen Sie sich schlau

Wenn Sie ein Gefühl dafür bekommen möchten, wie diese Unterlagen aufgebaut sind, besorgen Sie sich Material von mindestens fünf Objekten und lesen Sie: schnell werden Sie erkennen, welche Informationen gut zu finden und zu verstehen sind, wo es Lücken gibt und auch, wo die klassischen Fallstricke sind.

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Von: Thomas Knedel. Über den Autor

Immobilieninvestor, -manager, Buchautor sowie Initiator und Betreiber des Netzwerkes Immopreneur.de sagt über sich selbst: Immobilien haben mich schon immer fasziniert.