Damoklesschwert Schuldenkrise

Die Schuldenkrise ist zurück – dabei war sie noch gar nie ganz verschwunden.

Nun hängt sie wieder wie ein Damoklesschwert über der EU. Das Rosshaar, das es der Legende des Ciceros (Tusculanae disputationes) nach hält, kann jederzeit reißen.

Der neue, alte Auslöser: Griechenland – Athen braucht wieder einmal Geld.

Und der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert weitere Reformen. Was aber bedeutet das alles für Sie?

In unserer neuen Beitrags-Reihe zum Thema werden wir Ihnen darauf alle Antworten geben.

Europäisches Dauerproblem Griechenland

Gewiss, in den letzten Monaten haben andere Schlagzeilen die Nachrichten beherrscht:

Der Krieg in Syrien, die Flüchtlingskrise, der BrExit und die Wahl zum 45. US-Präsidenten.

Dabei besteht das europäische Dauerproblem Griechenland schon seit viel längerer Zeit – bis heute. Nur (fast) keiner spricht mehr darüber…

Hohe Rückforderungen werden fällig

Das griechische Problem könnte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Bundestagswahl im Herbst 2017 so richtig die Suppe versalzen.

Denn schon im Frühsommer werden hohe Rückforderungen der internationalen Geldgeber von den Griechen fällig.

Ministerpräsident Alexis Tsipras, seit er im Amt ist, ein getriebener der Schulden, ist erneut auf Umschuldungs-Hilfe der Gläubiger angewiesen.

Bei jenen aber ist ein Streit entfacht, ob und zu welchen Bedingungen überhaupt weitere Hilfe geleistet werden soll. Sogar der Rückzug des IWF steht zu befürchten.

Neues Milliarden-Hilfspaket für die Griechen?

Sollte dieser Fall eintreten, müsste der Bundestag über ein neues Milliarden-Hilfspaket abstimmen.

Sehr zum Verdruss der deutschen Wähler, die schon längst nicht mehr kapieren, weshalb das Land nach Milliarden-Zahlungen durch die Gläubiger noch immer nicht gerettet ist.

Das zeigt auch ein Versagen der deutschen Politik auf. Allen voran jenes von Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Finanzminister Wolfgang Schäuble – und das alles im Wahljahr.

Das kann der Bundesregierung alles andere als gefallen.

Desaströse Zustände in Griechenland

Doch schauen wir uns einmal an, wie es den Griechen tatsächlich geht. Vorweg: Alles andere als gut.

Zu Jahresbeginn sind Verbraucher-Steuern, Sonderabgaben, Einkommensteuer und Sozialversicherungs-Beiträge kräftig gestiegen.

So kostet 1 Pfund Filterkaffee – um ein Beispiel zu nennen – 7,80 €, 1 l Benzin weit über 1,50 € – noch Fragen?

Die Utopie des Primärüberschusses

Hintergrund für die drastische Erhöhung der Verbraucher-Steuern: Nach den Vorgaben der Gläubiger soll das Land 2017 einen Primär-Überschuss von 1,75% der Wirtschafts-Leistung erzielen.

Gemeint ist damit ein Haushaltsplus ohne Berücksichtigung der hohen Schuldzins-Zahlungen.

2018 sollen es sogar 3,5% sein; dann nämlich, wenn das dritte Hilfsprogramm der EU und des IWF ausläuft. Viele Beobachter halten das für reine Utopie.

13. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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