Dank an die Crash-Propheten für die Kursgewinne

Gestern schoss der japanische Aktienindex Nikkei um mehr als 7% nach oben. Ihm folgte der DAX 30, der ein sattes Plus von rund 3% verbuchte.

Eine Neubewertung der Unternehmen, die zu einer Veränderung des Konzern-Wertes der im Nikkei gelisteten Unternehmen von 7% oder der im DAX 30 gelisteten Unternehmen von 3% gab es natürlich nicht.

Das unterstreicht meinen Kommentar von gestern, in dem ich Ihnen geschrieben habe, dass ich mir bei meinen Beobachtungen der Märkte vorkomme wie im Spiel-Casino.

Short Squeeze in Japan führt zu Short Squeeze im DAX 30

Gestern gab es vermutlich wieder einmal eine zu hohe Anzahl leerverkaufter Aktien.

Erst schoss der japanische Markt nach oben, der trieb dann den DAX 30 und andere europäische Indizes aufwärts.

Die hohen Kursgewinne haben vermutlich die Zocker gesorgt, die eigentlich genau gegensätzlich, also auf fallende Aktienkurse, gesetzt haben – eine Ironie der Märkte.

Diese lässt sich einfach erklären. In der englischen Sprache sagt man dazu „Short Squeeze“.

Crash-Propheten sorgen für Kursgewinne bei Aktien

Die Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse gesetzt haben, mussten gestern reagieren, denn deren Risiko war unbegrenzt.

Sie mussten ihre Short-Positionen (Leerverkäufe von Aktien) eindecken. Damit haben sie als Käufer für Nachfrage gesorgt und die Aktienkurse nach oben getrieben.

DAX gewinnt durch Short Squeeze – ob es mehr wird, muss sich zeigen

Der DAX hat dadurch die wichtige Unterstützung bei 9.000 Punkten zurückerobert. Es muss sich nun zeigen, ob das auch das Ende des Abwärtstrends der letzten Monate ist.

Meine Empfehlung: Abwarten

Die positive Kursentwicklung ist dem erwähnten Casino-Betrieb – konkret: dem Short Squeeze – geschuldet. Ich empfehle Ihnen, weiterhin vorsichtig zu investieren.

Der bereits mehrfach an dieser Stelle genannte Long-Strangle (gleichzeitiger Kauf von Call und Put auf dieselbe Aktie) ist nach wie vor eine Strategie mit optimalem Chance-/Risiko-Verhältnis, die ich Ihnen empfehle.

Zum guten Schluss kein Zitat, denn sonst kommt mein Kommentar vielleicht nicht durch den Spam-Filter Ihres E-Mail-Programms, obwohl es Goethe wäre, den ich zitieren würde, wenn ich könnte.

So bleibt nur, dass Sie das Zitat erraten – und ich bin sicher, es gelingt.

Heute vor 536 Jahren, also am 16.02.1480 (Tag der Geburt nicht eindeutig bestimmt), erblickte ein Reichsritter und Namensgeber einer Figur eines Dramas von Goethe, der weltweit täglich wohl tausendfach zitiert wird, das Licht der Welt.

Und doch, das ist des Schreibers Schwierigkeit, ich kann das Zitat nicht nennen, ja nichtmals unter Berufung auf Goethe, der dieser Figur das Zitat zuschrieb.

Nun, was soll’s: Sie kennen das Zitat, also muss ich es auch nicht niederschreiben. Achso, ja, die Figur, das ist der Reichsritter Götz von Berlichingen. Und nun sage keiner, er wisse nicht, um welches Zitat es sich handelt.

Eine letzte Hilfestellung: Dem Götz wird das Zitat mit 4 Worten zugeschrieben, von dem ich hier die Anfangs-Buchstaben eines jeden Wortes wiedergebe: „L… m… a. A….“

Das bei manchem Politiker denkend, nie sagend, verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen einen schönen Wintertag

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

16. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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