Dank niedriger Zinsen: Fondsgeschäft in Deutschland boomt

Eine aktuelle Studie des BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) zeigt, dass das vergangene Jahr 2014 ein Rekordjahr für die Fondsbranche in Deutschland war. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen investieren immer mehr deutsche Anleger ihr Geld in Fonds.

Denn: Das verwaltete Fondsvermögen stieg im Jahr 2014 auf ein neues Allzeithoch von 2,382 Billionen Euro. “2014 war ein Rekordjahr für die Fondsbranche – und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht”, bilanzierte der BVI-Präsident Holger Naumann.

Die Ergebnisse der Studie im Detail

Aus der Studie geht hervor, dass sich das verwaltete Vermögen innerhalb der vergangenen 10 Jahre von 1,151 auf  2,382 Billionen Euro vermehrte und damit mehr als verdoppelte.

Die anhaltend niedrigen Zinsen stellen viele Anleger vor Herausforderungen. Das gilt für alle Anlegergruppen und damit nicht nur für private Anleger. Denn: Auch institutionelle Investoren wie Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungsgesellschaften müssen auf das Null-Zins-Umfeld reagieren.

Schon heute betreuen Fondsgesellschaften daher direkt oder indirekt das Vermögen von rund 50 Mio. Menschen. Private Sparer besitzen nach Angaben der Bundesbank ein Geldvermögen von über 5.000 Mrd. Euro.

Davon entfallen aber mehr als zwei Drittel auf Zinsprodukte wie Sicht- und Termineinlagen. Aufgrund der niedrigen Zinsen verliert das Geldvermögen – abhängig von der Inflationsrate – real an Wert. Die Kaufkraft sinkt.

Das Ergebnis dieser Entwicklung ist, dass viele Anleger in Investmentfonds investieren. So flossen im vergangenen Jahr unterm Strich insgesamt 123,4 Mrd. Euro in Investmentfonds. Auch dieser Mittelzufluss bedeutet einen neuen Rekordwert.

Im Jahr zuvor lag der Mittelzufluss bei 95,4 Mrd. Euro und konnte daher im Jahr 2014 sehr deutlich gesteigert werden. Von den 123,4 Mrd. Euro, die im Jahr 2014 neu zugeflossen sind, entfiel der größte Teil – nämlich 91 Mrd. Euro – auf Spezialfonds, in die etwa Versicherer und Vorsorgewerke investieren.

32,4 Milliarden – vor allem von Privatanlegern -, flossen in Publikumsfonds, wie etwa Misch- und Rentenfonds. Wenn auch Sie künftig Gelder aus Zinsanlagen in Fonds umschichten wollen, habe ich abschließend noch einen wertvollen Praxistipp für Sie.

Praxis-Tipp: Kaufen Sie Fondsanteile direkt über die Börse

Sie können beim Erwerb von Fondsanteilen bares Geld sparen, wenn Sie Ihre Fondsanteile nicht über die Fondsgesellschaft, sondern über die Börse kaufen. Zwar können Sie nicht alle Fonds direkt über die Börse handeln, doch inzwischen ist dies zumindest bei den meisten Fonds möglich.

Der Vorteil ist, dass Sie sich bei diesem Vorgehen den sogenannten Ausgabeaufschlag sparen. Da der Ausgabeaufschlag bei Aktienfonds in der Regel bei ca. 5% liegt, handelt es sich dabei um den größten Kostenblock bei der Fondsanlage. Und diesen Kostenblock sparen Sie sich, wenn Sie Ihre Fondsanteile über die Börse erwerben.

11. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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